Japanischer Garten

Japanischer Garten

Urheber: medi

Japanische Gärten symbolisieren fernöstliche Philosophie und Harmonie.

Sie dienen der Entspannung und der Meditation und stehen im Einklang der Natur.

Diese Gärten zeigen zudem die japanische Geschichte und Mentalität.

 

Japanische Gärten sind heutzutage nahezu überall anzutreffen, auch außerhalb Japans.

Sowohl als privaten Gärten aber auch als Park. In der Nähe von Shinto Schreinen und Tempeln sowie buddhistischen Tempel befinden sich immer als Teil davon ein schön angelegter Garten.

Auch besitzen viele alte Schlösser, vorwiegend in Japan, einen solchen historischen Garten.

Der Aufbau

Japanische Gärten werden bis ins Detail vorgeplant. Jeder japanische Garten stellt eine Komplexe Struktur dar. Der Gartenbauer muss über verschiedene Fähigkeiten verfügen um den japanischen Garten zu planen und zu verstehen. Das „verstehen“ wird auch als „lesen“ bezeichnet. Nur wer einen japanischen Garten „lesen“ kann, kann ihn vollendend wahrnehmen.

Zu den Fähigkeiten des Erbauers gehört ein theoretisches Wissen über Gestaltung und Wesen eines solchen Gartens, aber auch die richtigen Handwerkstechniken. Dabei ist es wichtig sich zuerst in den Ort „einzufühlen“ und die Umgebung mit dem Garten zu harmonisieren.

Ein japanischer Garten sollte so angelegt werden, dass er den Betrachter immer neue „Überraschungen“ und „Entdeckungen“ liefert. Eine Änderung der Lichtverhältnisse oder eine andere Perspektive können zu komplett anderen Eindrücken führen. Dies wird durch Asymmetrie und Dezentralisierung der Objekte erzeugt. Wege in japanischen Gärten sind niemals eben. Sie sind uneben ungerade und „holprig“, dies hat den Sinn die Wahrnehmung des Betrachters zu schärfen, so das er sich immer wieder mit der Umgebung des Gartens auseinandersetzen muss. Gerade Wege sind selten und kommen nur zum Einsatz, wenn der Blick des Betrachters auf eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.

Jeder gut strukturierte japanische Garten besitzt eine Vielzahl von Stellen, an denen der Betrachter innehalten kann und den Garten auf sich wirken lassen kann.

Verständnis

Alle Elemente in einem japanischen Garten besitzen vielfache Interpretationen.

Das heißt für jeden Betrachter hat der Garten, eine Gruppe von Elementen oder auch nur einzelne Elemente eine andere Bedeutung. Obwohl der Garten genau geplant wird, hat er keine strengen Vorgaben. Dies lässt viel Spielraum für Deutungen.

Die Elemente

Steine symbolisieren Tiere. Besondere Steine werden auch „herabgestiegenen“ Göttern gewidmet.

Steine an einem angehäuften Berg können so zu Beispiel Hunde, Wildschweine oder Kälber, die mit ihrer Mutter spielen symbolisieren.

Wasser symbolisiert Ozeane und Seen. Diese werden manchmal über dem Meer kommenden Göttern gewidmet.

Wasser wird durch Kies, Sand oder Granitkies dargestellt. Granitkies hat sich bewehrt, da es sich nicht schnell verweht.

Mit Hilfe von Linien sollen Wellen im Kies symbolisiert werden.

Eine chinesische Legende besagt: Wenn ein Fisch einen Wasserfall hinauf gelangt, verwandelt er sich in einen Drachen.

Dieses Element, der Drachentor-Wasserfall, symbolisiert die Erleuchtung.

Moose dienen der Erhaltung der Feuchtigkeit und symbolisieren das Alter. In Japan bedeutet Alter auch Ehre. Daher stellt dies ein wichtiges aber auch ein respektvolles Element dar.

Baum ist das Symbol des Lebens. Sie symbolisieren den Menschen. Sie sind ein Teil von allem, aber auch individuell. Für Bäume verwendet man u.a. den Bonsai.

Bambus, welcher sowohl fest als auch biegsam ist, symbolisiert die Generationen. Jeder Abschnitt symbolisiert eine Generation.

Pflaumenbäume und Kirschbäume symbolisieren Vergänglichkeit, sie erblühen und verblühen.

Kiefern symbolisieren Ewigkeit.

Bearbeitete Natursteine symbolisieren den kontrollieren Eingriff von Menschen in die Natur.

Der ganze Garten ist nach dem Prinzip der Dualität aufgebaut. Augenblick und Ewigkeit.

Die Geschichte der japanischen Gärten

Die Geschichte der japanischen Gärten beginnt im Jahre Null.

Der japanische Garten kommt untrüglich von chinesischen Gärten.

Wie chinesische Gärten, so basieren auch japanische Gärten auf dem Prinzip von Taoismus, Dualismus, Ying und Yang.

Ungefähr im Jahre 612 hat eine Koreaner in Japan angefangen eindrucksvolle Gärten zu gestalten. Sein Name war Shikomaro ( hässlicher Maro ) welcher noch heute eine gewisse Berühmtheit besitzt.

Der japanische Garten hat sich im laufe der Zeit immer weiter verfeinert. Beginnend in der Nara-Zeit, in welcher die Gärten immer feiner umgesetzt wurden. Nara die Haupstadt Japans zu dieser Zeit, war eine detailgetreue Abbildung der chinesischen Hauptstadt. Aus diesem Grund wurden auch entsprechende Gartenanlagen nachgebildet. Überall um den japanischen Kaiserpalast entstanden vielfältige Gartenlandschaften.

Währende der Heian-Zeit, wurden die Gärten den „Dichtern“ der Zeit überantwortet. In der Heian-Periode wurde die Hauptstadt von Nara nach Kyoto verlegt. Und der Shinden-Stil entwickelte sich. Beim Shinden-Stil sind die „kosmische Ordnung“, das „entstehen und vergehen“, der „Kreislauf der Jahreszeiten“, bekannt aus den chinesischen Gärten in den japanischen Gärten mit eingeflossen.

Die Aufgabe der Gärten war vornehmlich dem Vergnügen des Adels vorbehalten. Der damalige Adel war von der chinesischen Kultur stark beeinflusst.

Komplette Fischerdörfer wurden an künstlichen Seen angelegt und Kanäle gezogen. Der Adel verkleidetet sich in chinesischen Kostümen und genoss chinesische Lyrik, während sie von den Fischerdörfern aus Bootsausflüge machten.

Währen in China die Kunst der Gestaltung von Gärten einen religiösen Hintergrund hatten, so trat dies in Japan vollendends zurück. Heian-Gärten zeichnen sich durch viele bunte Blumen und blühenden Stauden und Sträucher aus, mit weitestgehenden Wegen für ein angenehmes Falnieren.

Während der Kamakura-Zeit gab es einen erneuten Wandel. Die Beziehungen zu China wurden abgebrochen und es wurden neue Leitmotive bei Design der Gärten gesucht.

Die Hauptstadt wurde nach Kamakura verlegt und ein neuer Hauptgarten in Auftrag gegeben. Dieser neue Garten gehörte aber nicht zum Palast, sondern zu einem Kloster. Nach der dekadenten Haien-zeit entstand eine neue Religiosität. Die in die Gestaltung der japoansichen Gärten einzug hielt. Der Zengarten entstand. Der Zen-Stil wurde von Wandermönchen aus China in Japan verbreitet und beeinflusste die japanische Kultur, die Künste und übte großen Einfluss in alle anderen Lebensbereichen aus.

Dabei entstand die Shoin-Architektur. Dabei wurden Gärten nur aus bestimmten Blickwinkeln betrachtet. Man betrachtete den Garten niemals als ganzes. Abstraktion, Asymmetrie, Kleinteiligkeit statt Weitläufigkeit zeichnen diese Gartenarchitektur aus.

In der Muromachi-Periode gab es neue Impulse für die japanische Gartenkunst.

Chinesische Tusche-Malereien bildeten die neue Grundlage. Monochrom wie Tusche-Malereien, so sollten auch die Gärten sein. Die Perspektive spielte eine weit größere Rolle als bisher. Betrachtungspunkte wurden ausgearbeitet und die Perspektive darauf ausgerichtet. Künstliche Tiefe , farbliche Akzente ( hell vor dunkel ) oder Verkürzungen sollten einen Raumeindruckerzeugen, so dass die Gärten größer erscheinen sollten als sie tatsächlich waren. Zudem wurden die Gärten von einer Mauer umgeben, diese wurde dicht bepflanzt und dadurch „unsichtbar“ gemacht.

Erst mit beginn der Edo-Zeit entstand der Beruf des Gärtners. Während dieser Periode wurde wieder mehr Wert auf die kleinsten Details gelegt und dahingehend spezialisiert.

Heute Bilden diese Gärten ob in Edo ( Tokyo ) oder Kyoto grüne Inseln inmitten von Häuserschluchten. Orte der Erholung und der Entspannung.

Die Sonderformen

Es gibt eine Menge Sonderformen unter den japansichen Gärten, darunter fällt der Zengarten in Form eines Trockengartens im Kare-san-sui-Stil, als künstlicher Hügel im Tsukiyama-Stil, als Steingarten oder als Miniaturgarten.
Ein weitere besondere Form ist der Teegarten.

Ein Kommentar zu “Japanischer Garten

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