{"id":7236,"date":"2026-04-27T11:08:39","date_gmt":"2026-04-27T09:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruenlandstaudenhof.de\/cms2\/?p=7236"},"modified":"2026-04-27T17:08:33","modified_gmt":"2026-04-27T15:08:33","slug":"native-pflanzen-wildpflanzen-im-garten-warum-heimische-arten-2026-so-stark-im-fokus-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruenlandstaudenhof.de\/cms2\/garten-pflanzen\/native-pflanzen-wildpflanzen-im-garten-warum-heimische-arten-2026-so-stark-im-fokus-stehen\/","title":{"rendered":"Native Pflanzen &amp; Wildpflanzen im Garten &#8211; Warum heimische Arten 2026 so stark im Fokus stehen"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Kunde berichtet: \u201eEs war einer dieser stillen Abende im sp\u00e4ten August, als mir zum ersten Mal wirklich bewusst wurde, was in meinem Garten fehlte. Ich sa\u00df auf der Terrasse, Tasse Tee in der Hand, und lauschte. Nichts. Kein Summen, kein Zirpen, kein Rascheln im Geb\u00fcsch. Mein akkurat gepflegter Garten mit den bunten Geranien, dem sattgr\u00fcnen Rasen und dem sorgf\u00e4ltig geschnittenen Kirschlorbeer sah gut aus, war aber erschreckend still. Keine Wildbiene, kein Schmetterling, kein Zaunk\u00f6nig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wer seinen Garten in den letzten Jahren beobachtet hat, kennt dieses Gef\u00fchl vielleicht. Der Garten ist sch\u00f6n, aber irgendwie leer. Und genau das ist der Grund, warum 2026 ein Jahr ist, in dem das Thema native Pflanzen und Wildpflanzen so viele G\u00e4rtnerinnen und G\u00e4rtner bewegt wie kaum zuvor. Es geht nicht um einen kurzlebigen Trend oder eine Instagram-\u00c4sthetik. Es geht um etwas Grundlegenderes: darum, dem eigenen Garten wieder Leben einzuhauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel zeigt, warum heimische Pflanzen gerade jetzt so wichtig sind, was die Wissenschaft dazu sagt, wie man konkret anf\u00e4ngt und welche typischen Fehler man dabei vermeiden sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum gerade jetzt? Der Hintergrund<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Druck kommt von mehreren Seiten gleichzeitig. Einerseits machen die Folgen des Klimawandels vielen G\u00e4rtnerinnen und G\u00e4rtnern zu schaffen: Hitzeperioden im Sommer, Sp\u00e4tfr\u00f6ste im April, Starkregenereignisse dazwischen. Viele der klassischen Gartenpflanzen, die wir seit Jahrzehnten kennen und lieben, kommen mit diesen Extremen immer schlechter zurecht. Heimische Arten hingegen haben sich \u00fcber Jahrhunderte oder gar Jahrtausende genau an diese Bedingungen angepasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits hat das Insektensterben das \u00f6ffentliche Bewusstsein nachhaltig ver\u00e4ndert. Die sogenannte Krefelder Studie, die \u00fcber 27 Jahre den R\u00fcckgang der Fluginsekten-Biomasse in deutschen Naturschutzgebieten dokumentierte, hat mit ihren Befunden aufgeschreckt. Die Ergebnisse wurden 2017 von Forschenden der Universit\u00e4t Nijmegen ausgewertet und best\u00e4tigt. Rund 76 Prozent weniger Fluginsekten in drei Jahrzehnten: Diese Zahl ist kaum zu begreifen, und sie hat eine breite gesellschaftliche Debatte ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt ein politischer Impuls. Kommunen, Naturschutzorganisationen wie der NABU und Verb\u00e4nde f\u00f6rdern aktiv naturnahe G\u00e4rten, entwickeln Leitf\u00e4den und passen Pflegevorgaben an. Wer heute einen Schottergarten anlegen m\u00f6chte, st\u00f6\u00dft in vielen Gemeinden auf rechtliche H\u00fcrden. Der Zeitgeist hat sich verschoben, und das sp\u00fcrt man auch im Gartenhandel: Die Nachfrage nach heimischen Stauden, Wildstr\u00e4uchern und Samenmischungen aus gebietstypischen Arten ist deutlich gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was genau sind eigentlich heimische Pflanzen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor man loslegt, lohnt es sich, kurz beim Begriff zu verweilen. Denn hier herrscht im Alltag oft Verwirrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Als heimisch oder indigen gelten Pflanzen, die in einer bestimmten Region seit der letzten Eiszeit nat\u00fcrlich vorkommen, also ohne menschliches Zutun dort gewachsen sind. In Mitteleuropa sind das zum Beispiel die Schlehe (Prunus spinosa), der Wei\u00dfdorn (Crataegus monogyna), die Wilde Malve (Malva sylvestris), der Wiesensalbei (Salvia pratensis) oder die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis). Diese Pflanzen kennen unsere B\u00f6den, unser Klima und vor allem unsere Insekten.<\/p>\n\n\n\n<p>Davon zu unterscheiden sind sogenannte Neophyten: Pflanzen, die nach 1492, also nach der Entdeckung Amerikas, bewusst eingef\u00fchrt oder unabsichtlich eingeschleppt wurden. Der Begriff klingt bedrohlicher als er oft ist. Viele Neophyten, wie der Sonnenhut (Echinacea purpurea) oder die Goldmelisse (Monarda), sind wertvolle Erg\u00e4nzungen im Garten und werden gerne von Insekten besucht. Problematisch werden nur invasive Arten wie das Dr\u00fcsige Springkraut oder der Japanische Staudenkn\u00f6terich, die heimische Lebensr\u00e4ume verdr\u00e4ngen. Hier gilt es, genau hinzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders wichtig ist au\u00dferdem der Begriff der gebietsheimischen Pflanzen. Selbst innerhalb einer Art gibt es genetische Anpassungen an unterschiedliche Regionen. Wer eine Wildblumenwiese anlegen m\u00f6chte, sollte daher unbedingt Saatgut aus regionaler Herkunft verwenden. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber f\u00fcr die langfristige \u00f6kologische Wirkung entscheidend.<\/p>\n\n\n<div id=\"gruen-651597987\"><div class=\"gruen-adlabel\">Werbung<\/div><div class=\"advBox-container\">\r\n  <span class=\"advBox-label\">WERBUNG<\/span>\r\n\r\n  <div class=\"advBox-list\">\r\n    <article class=\"advBox-unit\">\r\n      <a\r\n        href=\"https:\/\/amzn.to\/3R2CMMK\"\r\n        class=\"advBox-link\"\r\n        target=\"_blank\"\r\n        rel=\"nofollow sponsored noopener\"\r\n      >\r\n        <div class=\"advBox-content\">\r\n          <div class=\"advBox-title\">Natur f\u00fcr jeden Garten. 10 Schritte zum Natur-Erlebnis-Garten. Das Einsteigerbuch.: Planung, Pflanzen, Tiere, Menschen, Pflege. 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Macht es wirklich einen Unterschied, ob im Garten Geranien oder Wiesensalbei bl\u00fchen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort, die die Forschung gibt, ist eindeutig: ja, es macht einen gro\u00dfen Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Insektenvielfalt ist entscheidend<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine zweij\u00e4hrige Freilandstudie der TU Darmstadt, durchgef\u00fchrt im hessischen Ried und 2020 in der Fachpublikation PLOS ONE ver\u00f6ffentlicht, untersuchte genau diese Frage. Das Ergebnis war beeindruckend: Wo exotische Geh\u00f6lze durch Wildblumenwiesen mit heimischen Pflanzen ersetzt wurden, tummelten sich im Vergleich mehr als doppelt so viele Insekten. Ameisen, K\u00e4fer, Spinnen und Heuschrecken profitierten messbar von der Umgestaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch aufschlussreicher sind die Befunde zur Insektenvielfalt: W\u00e4hrend Zierpflanzen durchaus von Generalisten wie der Honigbiene besucht werden, sind es vor allem die heimischen Wildpflanzen, die spezialisierte Arten anlocken. Wildbienen, von denen es in Deutschland rund 600 Arten gibt, sind h\u00e4ufig auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Fehlen diese, bricht ein Teil der Nahrungskette zusammen. Daran \u00e4ndert auch der wohlmeinende Wildblumenbalkon mit Himalaya-Mohn nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Forschungsprojekt WiZik der Hochschule Geisenheim, das von 2023 bis 2027 l\u00e4uft, geht dieser Frage mit einem erweiterten Ansatz nach. Erste Ergebnisse best\u00e4tigen, dass die Insektendiversit\u00e4t an heimischen Wildpflanzen signifikant h\u00f6her ist als an exotischen Zierpflanzen. Nicht unbedingt die Menge der Besuche, aber die Vielfalt der Arten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>80 Prozent der Wildpflanzen brauchen Insekten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Und hier schlie\u00dft sich der Kreis: Laut Bundesministerium f\u00fcr Umwelt sind etwa 80 Prozent der Wildpflanzen auf Insektenbest\u00e4ubung angewiesen, und 60 Prozent der heimischen Vogelarten ern\u00e4hren sich haupts\u00e4chlich von Insekten. Der stille Abend in meinem Garten war also kein Zufall. Er war die logische Konsequenz aus Jahrzehnten insektenarm gestalteter G\u00e4rten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt ein praktischer Vorteil, der gerne \u00fcbersehen wird: Die TU-Darmstadt-Studie zeigte au\u00dferdem, dass die Pflege von Wildblumenwiesen im Vergleich zu klassischen Geh\u00f6lzpflanzungen um den Faktor f\u00fcnf g\u00fcnstiger ist. Weniger m\u00e4hen, weniger schneiden, weniger gie\u00dfen. Wer auf heimische Arten setzt, spart also nicht nur f\u00fcr die Natur, sondern auch f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Konkret anfangen: So geht&#8217;s in der Praxis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ich war \u00fcberrascht, wie einfach die ersten Schritte sein k\u00f6nnen. Man muss nicht gleich den gesamten Garten umgestalten. Oft reicht eine kleine Ecke, um Erstaunliches zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schritt 1: Den Standort kennen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Vor dem Pflanzen kommt das Beobachten. Welchen Boden haben Sie: sandig, lehmig, n\u00e4hrstoffreich oder eher mager? Sonnig oder schattig? Viele heimische Wildpflanzen lieben magere, durchl\u00e4ssige B\u00f6den. Wer versehentlich einen n\u00e4hrstoffreichen Boden nimmt, f\u00f6rdert unbeabsichtigt Brennnesseln und Giersch, die sich dann ausbreiten. Ein kleiner Tipp: Informieren Sie sich bei Ihrer lokalen G\u00e4rtnerei oder dem regionalen Naturgarten-Verein \u00fcber die typische Pflanzgesellschaft Ihrer Region. Das erspart viele Fehler.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schritt 2: Mit der richtigen Auswahl starten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Einsteiger empfiehlt der NABU, zun\u00e4chst auf bekannte und robuste Arten zu setzen. Einige bew\u00e4hrte Kandidaten f\u00fcr verschiedene Standorte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sonnige, trockene Lagen: Wiesensalbei (Salvia pratensis), Natternkopf (Echium vulgare), Wegwarte (Cichorium intybus), Schaf-Schwingel (Festuca ovina)<\/li>\n\n\n\n<li>Halbschatten und normale G\u00e4rten: Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), Storchschnabel (Geranium sanguineum), Wilde Malve (Malva sylvestris), Waldziest (Stachys sylvatica)<\/li>\n\n\n\n<li>Geh\u00f6lze und Hecken: Schlehe (Prunus spinosa), Wei\u00dfdorn (Crataegus monogyna), Vogelbeere (Sorbus aucuparia), Wildrose (Rosa canina)<\/li>\n\n\n\n<li>Feuchtere Bereiche: Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides), M\u00e4des\u00fc\u00df (Filipendula ulmaria), Blutweiderich (Lythrum salicaria)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Herkunft des Saatguts. Seri\u00f6se Anbieter wie Jelitto, Rieger-Hofmann oder regionale Sameng\u00e4rtnereien kennzeichnen gebietsheimisches Saatgut entsprechend. Im Fachhandel findet man au\u00dferdem fertige Wildblumen-Mischungen, die auf die jeweilige Region abgestimmt sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schritt 3: Die typischen Anf\u00e4ngerfehler vermeiden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der h\u00e4ufigste Fehler: den Boden zu stark vorbereiten. Wer Wildblumenwiesen auf ged\u00fcngtem, gehartem Boden ans\u00e4t, f\u00f6rdert zuerst das Unkraut. Heimische Magerwiesen-Pflanzen m\u00f6gen Konkurrenz nicht. Entfernen Sie vorhandene Grasnarbe, verzichten Sie auf Kompost und lassen Sie den Boden ein bisschen verhungern. Klingt kontraintuitiv, funktioniert aber bestens.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Fehler: ungeduldig sein. Wildblumenwiesen brauchen zwei bis drei Jahre, bis sie sich richtig etabliert haben. Im ersten Jahr sieht manches nach wenig aus. Das ist normal. Wer im zweiten Jahr nachl\u00e4sst und m\u00e4ht, bevor die Samen gereift sind, ruiniert die m\u00fchsam aufgebaute Pflanzgemeinschaft. Also: Geduld haben und die M\u00e4hzeitpunkte bewusst w\u00e4hlen, am besten zweimal j\u00e4hrlich, im Juni nach der ersten Hauptbl\u00fcte und im September.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann ist da noch der Impulskauf im Gartenmarkt. Sch\u00f6ne Bilder, verlockende Namen, aber dahinter steckt h\u00e4ufig Saatgut mit unklarer oder gar s\u00fcdosteurop\u00e4ischer Herkunft. Solche Mischungen sind nicht wertlos, aber f\u00fcr heimische Insekten, besonders die spezialisierten Wildbienen, von deutlich geringerem Nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der wilde Garten als Lebensraum: Mehr als nur Blumen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Native Pflanzen sind nur ein Teil eines naturnahen Gartens. Wer wirklich Wirkung erzielen m\u00f6chte, denkt in Strukturen und Lebensr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Totholzecke zum Beispiel, also ein bewusst liegen gelassener Ast- und Baumstapel, bietet Winterquartier f\u00fcr Igel, Brutplatz f\u00fcr Solit\u00e4rwildbienen und Jagdrevier f\u00fcr K\u00e4fer. Natursteinmauern mit offenen Fugen locken Eidechsen an und bieten Standort f\u00fcr Mauerpfeffer und andere heimische Felsenpflanzen. Eine kleine, flache Wasserstelle ohne steile R\u00e4nder ist f\u00fcr Insekten, V\u00f6gel und Amphibien oft wertvoller als ein aufwendiger Gartenteich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der NABU und die Organisation NaturGarten empfehlen au\u00dferdem, im Herbst Laubhaufen liegen zu lassen, Samenst\u00e4nde \u00fcber Winter stehen zu lassen und die M\u00e4hfrequenz des Rasens zu reduzieren. All das sind Ma\u00dfnahmen, die weniger Arbeit bedeuten und gleichzeitig mehr Leben in den Garten bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht haben Sie schon erlebt, wie rasch sich eine solche Entwicklung zeigt. Eine Kollegin von mir hat im Fr\u00fchjahr letzten Jahres eine Ecke ihres Gartens einfach sich selbst \u00fcberlassen: kein M\u00e4hen, keine Pflanzung, nur Beobachten. Im Sommer war diese Ecke der lebendigste Teil ihres Gartens. Brennnesseln kamen, auf denen bald Raupen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs sa\u00dfen. Dann kamen die Schmetterlinge. Und nach den Schmetterlingen kamen die V\u00f6gel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Missverst\u00e4ndnisse ausr\u00e4umen: Wilder Garten ist nicht Chaos<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein h\u00e4ufiger Einwand: &#8220;Ich finde den Gedanken sch\u00f6n, aber mein Garten soll doch gepflegt aussehen.&#8221; Das ist v\u00f6llig verst\u00e4ndlich. Niemand will, dass der Nachbar denkt, man h\u00e4tte aufgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Trick liegt in der Gestaltung. Klare Einfassungen um wilde Bereiche signalisieren Absicht statt Vernachl\u00e4ssigung. Ein ordentlicher Weg, der durch eine bl\u00fchende Wildstaudenrabatte f\u00fchrt, wirkt einladend und modern. Heimische Pflanzen wie Storchschnabel, Wilde Malve oder Wiesensalbei sind keineswegs ungepflegt, sie sind wundersch\u00f6n und bl\u00fchen oft l\u00e4nger als ihre gez\u00fcchteten Verwandten.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele G\u00e4rtner berichten, dass ihre Nachbarn zun\u00e4chst skeptisch waren und mittlerweile selbst fragen, welche Pflanze das war, auf der gerade drei verschiedene Bienenarten gleichzeitig sa\u00dfen. Naturnahe G\u00e4rten sind 2026 kein Statement gegen Ordnung. Sie sind eine andere, lebendigere Form davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Der aktuelle Trend geht dahin, heimische Pflanzen bewusst zu kombinieren und in ein durchdachtes Gesamtkonzept einzubetten: Beete werden klar eingefasst, Wege und Sitzpl\u00e4tze integriert, Wildblumenstreifen mit Strukturelementen aus Holz oder Naturstein kombiniert. Das Ergebnis ist ein Garten, der gleichzeitig \u00f6kologisch sinnvoll, optisch attraktiv und pflegeleicht ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Klimaresilienz: Wenn der Sommer zu hei\u00df wird<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Aspekt, der 2026 besonders relevant ist: die Klimaanpassung. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Hitze und Trockenheit keine Ausnahmeereignisse mehr sind. Wer seinen Garten zukunftsf\u00e4hig gestalten m\u00f6chte, sollte genau das bei der Pflanzenauswahl ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimische Arten haben hier einen entscheidenden Vorteil. Durch jahrhundertelange Anpassung an das lokale Klima sind sie oft robuster gegen\u00fcber Schwankungen, resistenter gegen Krankheiten und Sch\u00e4dlinge und besser an die Bodenbedingungen der Region angepasst. Eine Pflanze, die aus dem Mittelmeerraum importiert wurde, mag optisch beeindrucken, \u00fcbersteht aber den kombinierten Stress aus Fr\u00fchjahrsfrost und Sommerhitze oft schlechter als eine gut verwurzelte heimische Staude.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt der Wasseraspekt. Tiefwurzelnde heimische Gr\u00e4ser und Stauden erschlie\u00dfen Bodenwasser in gr\u00f6\u00dferer Tiefe und brauchen deshalb deutlich seltener gegossen zu werden. Das spart Arbeit, schont die Ressource Wasser und macht den Garten unabh\u00e4ngiger von Wasserverboten in Trockenphasen, wie sie in manchen Regionen Deutschlands bereits verh\u00e4ngt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wo man anf\u00e4ngt: Ressourcen und Anlaufstellen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wer Unterst\u00fctzung sucht, findet sie heute an vielen Stellen. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) bietet auf seiner Website eine umfangreiche Pflanzendatenbank mit Informationen zu heimischen Wildpflanzen, ihren Standortanforderungen und ihrem \u00f6kologischen Wert. Die NaturaDB ist eine kostenlose Online-Datenbank, in der sich Pflanzen nach Standort, Eigenschaft und \u00f6kologischem Nutzen filtern lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Regionale Naturg\u00e4rtner-Vereine, die unter dem Dach des Vereins NaturGarten e. V. organisiert sind, bieten praxisnahe Beratung und veranstalten Pflanzentauschb\u00f6rsen. Das Bundesprogramm &#8220;Biologische Vielfalt&#8221; sowie verschiedene L\u00e4nder-F\u00f6rderprogramme unterst\u00fctzen au\u00dferdem in manchen Regionen die Anlage naturnaher G\u00e4rten finanziell.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Pflanzenauswahl lohnt sich au\u00dferdem ein Blick in den &#8220;Leitfaden f\u00fcr naturnahe Begr\u00fcnung&#8221; des NABU oder in das Standardwerk &#8220;Natur f\u00fcr jeden Garten&#8221; von Reinhard Witt, das immer noch zu den verl\u00e4sslichsten Praxisb\u00fcchern f\u00fcr Einsteiger geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit: Ein Garten voller Leben ist m\u00f6glich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Native Pflanzen und Wildpflanzen im Garten sind 2026 kein Trend, der sich in zwei Jahren \u00fcberholt hat. Sie sind die logische Antwort auf mehrere parallel verlaufende Krisen: Artenr\u00fcckgang, Klimawandel, Verlust von Lebensr\u00e4umen. Und sie sind gleichzeitig eine der zug\u00e4nglichsten M\u00f6glichkeiten, selbst aktiv zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Man braucht kein gro\u00dfes Grundst\u00fcck daf\u00fcr, keine Fachkenntnisse und kein gro\u00dfes Budget. Eine Ecke mit Wildstauden, eine Fuge in der Terrassenmauer, ein Topf mit gebietsheimischen Kr\u00e4utern auf dem Balkon. Jede dieser Ma\u00dfnahmen z\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Garten klingt heute anders als noch vor drei Jahren. Das Summen ist zur\u00fcck. Die erste Wildbiene habe ich im April an der Acker-Witwenblume beobachtet. Im Juli kamen die Schmetterlinge. Und abends, wenn ich mit meiner Tasse Tee auf der Terrasse sitze, ist dieser Garten alles andere als still.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Fangen Sie klein an, beobachten Sie genau, und lassen Sie dem Garten ein bisschen mehr Raum. Er wird es Ihnen auf seine ganz eigene Art zur\u00fcckgeben.<\/em><\/p>\n\n\n<div id=\"gruen-3991436399\"><div class=\"gruen-adlabel\">Werbung<\/div><div class=\"advBox-container\">\r\n  <span class=\"advBox-label\">WERBUNG<\/span>\r\n\r\n  <div class=\"advBox-list\">\r\n    <article class=\"advBox-unit\">\r\n      <a\r\n        href=\"https:\/\/amzn.to\/3R2CMMK\"\r\n        class=\"advBox-link\"\r\n        target=\"_blank\"\r\n        rel=\"nofollow sponsored noopener\"\r\n      >\r\n        <div class=\"advBox-content\">\r\n          <div class=\"advBox-title\">Natur f\u00fcr jeden Garten. 10 Schritte zum Natur-Erlebnis-Garten. Das Einsteigerbuch.: Planung, Pflanzen, Tiere, Menschen, Pflege. 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