{"id":7292,"date":"2026-05-10T15:58:10","date_gmt":"2026-05-10T13:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruenlandstaudenhof.de\/cms2\/?p=7292"},"modified":"2026-05-10T15:59:15","modified_gmt":"2026-05-10T13:59:15","slug":"zurueck-zu-den-wurzeln-warum-native-pflanzen-und-wildpflanzen-2026-den-garten-revolutionieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruenlandstaudenhof.de\/cms2\/garten-pflanzen\/beetgestaltung-planung\/zurueck-zu-den-wurzeln-warum-native-pflanzen-und-wildpflanzen-2026-den-garten-revolutionieren\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck zu den Wurzeln: Warum native Pflanzen und Wildpflanzen 2026 den Garten revolutionieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt diesen einen Moment, den viele kennen, die schon l\u00e4nger g\u00e4rtnern: Man steht am fr\u00fchen Morgen im Garten, h\u00f6rt&#8230; nichts. Kein Summen, kein Flattern, kaum eine Biene. Noch vor zwanzig Jahren war das undenkbar. Heute ist es in vielen gepflegten Vorortg\u00e4rten bittere Realit\u00e4t. Englischer Rasen, ordentlich gestutzte Thujahecken, bunte Hybridpetunien aus dem Baumarkt. Alles tadellos. Und trotzdem: \u00f6kologisch gesehen so lebendig wie ein Parkplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das ver\u00e4ndert sich gerade. 2026 steht der Garten vor einem echten Umbruch. Native Pflanzen und Wildpflanzen sind l\u00e4ngst kein Nischenthema mehr, das nur \u00d6ko-Enthusiasten und Vogelsch\u00fctzer bewegt. Sie sind mitten in der breiten Gesellschaft angekommen. Und das aus gutem Grund.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum gerade jetzt? Der Kontext, der alles ver\u00e4ndert<\/h2>\n\n\n\n<p>Fangen wir mit den Zahlen an, die man nicht ignorieren kann. Die sogenannte Krefelder Studie, eine der bekanntesten Langzeitstudien zum Insektenr\u00fcckgang in Deutschland, dokumentierte \u00fcber einen Zeitraum von fast 30 Jahren einen R\u00fcckgang der Fluginsekten-Biomasse um rund 76 Prozent. Das ist keine marginale Schwankung. Das ist ein Systemversagen. Die Ergebnisse wurden 2017 ver\u00f6ffentlicht und von Forschenden der Universit\u00e4t Nijmwegen ausgewertet und best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig zeigen aktuelle internationale Studien in der Fachzeitschrift <em>Nature<\/em>, dass Wetterereignisse zwar kurzfristige Schwankungen erkl\u00e4ren, nicht aber den langfristigen Trend. Dieser ist menschengemacht, vor allem durch intensive Landnutzung und den Verlust von Nahrungspflanzen. Und hier kommt der private Garten ins Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland z\u00e4hlt rund 17 Millionen Privatg\u00e4rten. Zusammen ergeben sie eine Fl\u00e4che, die gr\u00f6\u00dfer ist als manches Bundesland. Was wir auf diesen Fl\u00e4chen pflanzen, hat also tats\u00e4chlich Gewicht. Vielleicht denken Sie jetzt: \u201eWas kann mein kleiner Garten schon ausrichten?&#8221; Mehr, als Sie glauben. Denn Insekten, V\u00f6gel und Kleinstlebewesen brauchen kein riesiges Schutzgebiet. Sie brauchen Vernetzung, Nahrung, Struktur. Und genau das k\u00f6nnen heimische Wildpflanzen liefern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Unterschied, der alles ausmacht: Heimisch vs. exotisch<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier ist ein Punkt, der in Gartenzentren oft untergeht. Eine Pflanze muss nicht unbedingt <em>giftig<\/em> oder <em>invasiv<\/em> sein, um \u00f6kologisch wenig zu leisten. Hybride Beetrosen, Forsythien, Kirschlorbeer, viele Hortensien-Sorten: Sie sehen h\u00fcbsch aus, schaden aktiv auch nicht. Aber f\u00fcr heimische Insektenarten sind sie gr\u00f6\u00dftenteils wertlos.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund liegt in Jahrmillionen co-evolution\u00e4rer Entwicklung. Viele Insektenarten sind hochspezialisiert. Eine Wildbiene kann buchst\u00e4blich nur an einer bestimmten heimischen Pflanzengattung Pollen sammeln, weil ihre K\u00f6rperform genau dazu passt. Eine exotische Pflanze, so pr\u00e4chtig sie auch bl\u00fchen mag, liefert f\u00fcr solche Spezialisten schlicht den falschen Pollen, zur falschen Zeit, in der falschen Form. Das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz best\u00e4tigt: Derzeit gelten rund 42 Prozent der Insektenarten Deutschlands als bestandsgef\u00e4hrdet, extrem selten oder bereits ausgestorben.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimische Wildpflanzen hingegen sind das R\u00fcckgrat unserer lokalen Nahrungsnetze. Etwa 80 Prozent der heimischen Wildpflanzen sind auf Insektenbest\u00e4ubung angewiesen, und 60 Prozent der heimischen Vogelarten ern\u00e4hren sich haupts\u00e4chlich von Insekten. Ein Garten mit heimischen Pflanzen ist damit kein Selbstzweck, sondern Teil einer Kette, die weit \u00fcber den eigenen Zaun hinausreicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was \u201enativ&#8221; eigentlich bedeutet und warum das Detail entscheidet<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eHeimische Pflanzen&#8221; klingt einfacher als es ist. Denn nicht jeder Sonnenhut (<em>Echinacea purpurea<\/em>) oder jede Rudbeckie, die als \u201einsektenfreundlich&#8221; im Regal steht, stammt aus gesicherter regionaler Herkunft. Viele Pflanzen werden aus ausl\u00e4ndischen Populationen vermehrt, manchmal gez\u00fcchtet oder kreuzungsver\u00e4ndert. Der Naturwert bleibt dabei deutlich hinter dem echter Wildformen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Achten Sie beim Kauf also unbedingt auf Herkunftsangaben. Fragen Sie gezielt nach. Ein guter G\u00e4rtner oder ein zertifizierter Wildpflanzenversand wird Ihnen sagen k\u00f6nnen, aus welcher Region die Pflanze stammt. Das macht einen echten Unterschied, gerade in Bezug auf lokale Anpassung an Klima und Boden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was die Wissenschaft sagt: Wildblumenwiesen schlagen Rasen um L\u00e4ngen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich war ehrlich gesagt \u00fcberrascht, wie eindeutig die Forschungslage hier ist. Eine Studie der TU Darmstadt in Kooperation mit der Stadt Riedstadt untersuchte st\u00e4dtische Gr\u00fcnfl\u00e4chen mit herk\u00f6mmlicher Bepflanzung gegen\u00fcber angelegten Wildblumenwiesen. Das Ergebnis: Auf den Wildblumenwiesen lebten mehr als doppelt so viele Arthropoden (also Insekten, Spinnen, K\u00e4fer und Verwandte) wie auf den konventionellen Fl\u00e4chen. Mehr als doppelt so viele.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch dazu spart eine Wildblumenwiese im Vergleich zu einer gepflegten Gr\u00fcnanlage laut derselben Studie etwa 80 Prozent der \u00fcblichen Pflegekosten. Weniger m\u00e4hen, weniger gie\u00dfen, kein D\u00fcngen. Der Garten arbeitet von selbst. Das klingt fast zu gut, ist aber durch die Fakten gedeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ein weiterer Aspekt verdient Aufmerksamkeit, der oft \u00fcbersehen wird: Wildblumenwiesen verbessern auch den Boden. Tiefwurzelnde Wildpflanzen wie die Wegwarte oder der Natternkopf lockern verdichtete Erdschichten auf, f\u00f6rdern das Bodenleben und erh\u00f6hen die Wasserspeicherkapazit\u00e4t, was angesichts zunehmender Trockensommer in Deutschland kein unwichtiger Vorteil ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Stars des Jahres 2026: Wildpflanzen mit Profil<\/h2>\n\n\n\n<p>Welche Pflanzen lohnen sich nun besonders? Hier eine Auswahl, die unterschiedliche Standorte abdeckt und nachweislich einen hohen \u00f6kologischen Wert besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Gew\u00f6hnliche Natternkopf (<\/strong><em>Echium vulgare<\/em><strong>)<\/strong> wurde zur Wildpflanze des Jahres 2026 gew\u00e4hlt, und das mit gutem Grund. \u00dcber 2.600 Menschen haben an der Abstimmung teilgenommen. Der Natternkopf \u00f6ffnet seine Bl\u00fcten vom Fr\u00fchsommer bis in den Herbst, zun\u00e4chst rosa, sp\u00e4ter tiefblau. Er w\u00e4chst auf trockenen, mageren B\u00f6den und ist ein echter Insektenmagnet: Sein Nektar hat einen hohen Zuckergehalt und lockt nachweislich zahlreiche Best\u00e4uberarten an. Rund 120 pflanzenfressende Insektenarten sind mit ihm assoziiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Hornklee (<\/strong><em>Lotus corniculatus<\/em><strong>)<\/strong> ist einer der \u00f6kologisch wertvollsten Allesk\u00f6nner \u00fcberhaupt. Er bietet einer besonders gro\u00dfen Zahl von Wildbienenarten geeignete Nahrung, kann auf Magerwiesen und sonnigen Beeten wachsen und braucht so gut wie keine Pflege. F\u00fcr Balkonk\u00e4sten oder kleine Beete ebenso geeignet wie f\u00fcr Wiesenfl\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Knotige Bergwald-Storchschnabel (<\/strong><em>Geranium nodosum<\/em><strong>)<\/strong> ist eine dieser untersch\u00e4tzten Pflanzen, die im Halbschatten bl\u00fchen, wo sonst wenig w\u00e4chst. Robust, ausdauernd, insektenfreundlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sommer-Salbei (<\/strong><em>Salvia nemorosa<\/em><strong>)<\/strong> und andere heimische Salbeiarten bieten Hummeln und Wildbienen dank ihrer besonderen Bl\u00fctenstruktur eine zuverl\u00e4ssige Nahrungsquelle. Dazu kommen heimische Gr\u00e4ser wie der <strong>Schaf-Schwingel (<\/strong><em>Festuca ovina<\/em><strong>)<\/strong> oder das <strong>Gro\u00dfe Schillergras (<\/strong><em>Koeleria pyramidata<\/em><strong>)<\/strong>, die Eleganz in die Fl\u00e4che bringen und gleichzeitig Lebensraum f\u00fcr Kleintiere bieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Teufelsabbiss (<\/strong><em>Succisa pratensis<\/em><strong>)<\/strong> ist ein weiterer Geheimtipp, besonders f\u00fcr feuchte bis wechselfeuchte Standorte. Seine kugelf\u00f6rmigen violetten Bl\u00fcten erscheinen von Juli bis September und locken eine breite Palette an Best\u00e4ubern an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Typische Fehler und wie man sie vermeidet<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer zum ersten Mal einen naturnahen Garten anlegen m\u00f6chte, tappt gern in ein paar klassische Fallen. Kennen Sie das? Man kauft eine bunte Samenmischung, streut sie aus, und nach einer Saison sieht die Fl\u00e4che eher nach einem gescheiterten Versuch als nach einer Wildblumenwiese aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fehler 1: Zu n\u00e4hrstoffreicher Boden.<\/strong> Das ist der h\u00e4ufigste. Wildpflanzen, die auf mageren, nat\u00fcrlichen B\u00f6den heimisch sind, werden auf ged\u00fcngten Gartenb\u00f6den von Kulturpflanzen und Gr\u00e4sern regelrecht \u00fcberrannt. Wer eine Wildblumenwiese anlegen m\u00f6chte, sollte den Boden nicht d\u00fcngen und bei Bedarf sogar die oberste n\u00e4hrstoffreiche Schicht abtragen. Klingt radikal, funktioniert aber.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fehler 2: Die falsche Saatmischung.<\/strong> Bunte Samenmischungen aus dem Supermarkt enthalten oft nicht-heimische Arten oder einj\u00e4hrige Gartenblumen wie Cosmea und Phacelia, die zwar sch\u00f6n aussehen, aber keine dauerhaften Lebensr\u00e4ume aufbauen. Setzen Sie stattdessen auf zertifizierte Saatgutmischungen regionaler Herkunft, etwa die TGTA-Mischungen der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft oder \u00e4hnliche regional angepasste Produkte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fehler 3: Zu fr\u00fch und zu oft m\u00e4hen.<\/strong> Eine Wildblumenwiese braucht Ruhe. M\u00e4hen Sie fr\u00fchestens, wenn die Mehrzahl der Pflanzen abgebl\u00fcht und Samen gesetzt hat. Je nach Zusammensetzung ist das erst im August oder September. Und lassen Sie das M\u00e4hgut ein paar Tage liegen, damit Samen herausfallen k\u00f6nnen, bevor Sie es abr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fehler 4: Den gesamten Garten auf einmal umstellen.<\/strong> Geduld ist eine Tugend, die sich beim Naturgarten auszahlt. Fangen Sie mit einem Beet, einer Ecke, einem Streifen an. Beobachten Sie, was sich entwickelt. Ziehen Sie R\u00fcckschl\u00fcsse. Ein naturnaher Garten entsteht \u00fcber Jahre, nicht \u00fcber eine Saison.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Garten als Biotop: Was das im Alltag bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p>Naturnahes G\u00e4rtnern bedeutet nicht, die Kontrolle aufzugeben. Es bedeutet, sie anders auszu\u00fcben. Statt gegen die Natur zu arbeiten, arbeitet man mit ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret kann das so aussehen: Alte Pflanzenst\u00e4ngel bleiben \u00fcber den Winter stehen, denn in hohlen St\u00e4ngeln \u00fcberwintern viele Wildbienenarten. Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke bieten Igeln ein Quartier. Totholz, das fr\u00fcher entfernt wurde, wird zur Strukturelement und zum Lebensraum f\u00fcr K\u00e4fer, Pilze und Kleins\u00e4uger. Samenst\u00e4nde werden nicht abgeschnitten, weil Distelfinken, Amseln und Meisen davon fressen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Brennnessel? Vielleicht denken Sie jetzt: \u201eDie lasse ich bestimmt nicht wuchern.&#8221; Ich verstehe das. Aber ein kleiner Brennnesselhorst in einer Gartenecke ist f\u00fcr Tagpfauenaugen, Kleiner Fuchs und Admiral unverzichtbar, denn ihre Raupen fressen ausschlie\u00dflich an Brennnesseln. Ein Kompromiss: eingrenzen statt ausrotten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praktischer Einstieg: So starten Sie noch diese Saison<\/h2>\n\n\n\n<p>Sie m\u00fcssen nicht gleich den ganzen Garten umgraben. Hier sind konkrete, umsetzbare Ma\u00dfnahmen, die Sie direkt umsetzen k\u00f6nnen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schritt 1: Bestandsaufnahme machen.<\/strong> Gehen Sie durch Ihren Garten und notieren Sie, welche Fl\u00e4chen gerade nichts leisten: Schattenbereiche unter B\u00e4umen, vernachl\u00e4ssigte Ecken, der Streifen am Zaun. Hier haben Wildpflanzen Platz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schritt 2: Einen \u201ewilden Streifen&#8221; einrichten.<\/strong> Legen Sie einen Bereich an, der nicht gem\u00e4ht wird. Schon nach einer Saison werden Sie erstaunt sein, was sich von selbst ansiedelt. L\u00f6wenzahn, Wiesenflockenblume, Gr\u00e4ser, Schaumkraut. Klingt unspektakul\u00e4r, ist aber f\u00fcr Insekten Gold wert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schritt 3: Gezielte Stauden pflanzen.<\/strong> Wenn Sie direkt mit Wirkung starten wollen: Natternkopf, Hornklee, Salbei, Flockenblumen und heimische Glockenblumen (<em>Campanula<\/em>-Arten) sind im Handel zunehmend verf\u00fcgbar und funktionieren in den meisten G\u00e4rten sofort. Achten Sie auf das TGTA-Siegel oder fragen Sie beim Kauf gezielt nach der Herkunft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schritt 4: Rasen reduzieren.<\/strong> Sie m\u00fcssen nicht auf eine Rasenfl\u00e4che ganz verzichten. Aber ein Teil davon, vielleicht ein Drittel oder eine H\u00e4lfte, kann zur Bl\u00fchwiese werden. Einfach aufh\u00f6ren zu m\u00e4hen, den Boden bei Bedarf abmagern, und eine geeignete Saatmischung eins\u00e4en.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schritt 5: Strukturen erg\u00e4nzen.<\/strong> Totholzstapel, Steinhaufen, ein kleines Sandbeet f\u00fcr Wildbienen, ein Wildbienenhotel mit nat\u00fcrlichen Hohlr\u00e4umen. Jedes dieser Elemente erh\u00f6ht die \u00f6kologische Vielfalt sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und der \u00c4sthetik-Faktor? Wildpflanzen k\u00f6nnen wundersch\u00f6n sein<\/h2>\n\n\n\n<p>Es h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig das Vorurteil, dass ein naturnaher Garten zwangsl\u00e4ufig ungepflegt und unattraktiv aussieht. Das Gegenteil ist richtig, wenn man es gut macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellen Sie sich vor: ein Beet mit dem kobaltblauen Natternkopf, violettem Sommer-Salbei und dem goldgelben Hornklee, dazu das silbrige Leuchten von Schaf-Schwingel-Gr\u00e4sern im Wind. Oder eine Wildrosenhecke, die im Sommer zartrosa bl\u00fcht und im Winter mit leuchtendroten Hagebutten den Garten belebt. Das sind keine \u00f6kologischen Kompromisse. Das ist Gartenkultur auf hohem Niveau.<\/p>\n\n\n\n<p>Robuste Wildstauden wie Duft-Veilchen, Purpur-Sonnenhut (<em>Echinacea purpurea<\/em>) und Sommer-Salbei (<em>Salvia nemorosa<\/em>) sorgen f\u00fcr satte Farbe, w\u00e4hrend heimische Gr\u00e4ser wie Gro\u00dfes Schillergras und Schaf-Schwingel Eleganz in die Fl\u00e4che bringen. Wer also glaubt, Naturnahes G\u00e4rtnern bedeute den Verzicht auf Sch\u00f6nheit, hat einfach noch nicht die richtigen Pflanzen gesehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der gro\u00dfe Zusammenhang: Private G\u00e4rten als Netzwerk<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier noch ein Gedanke, der mich pers\u00f6nlich am meisten beeindruckt hat, als ich mich tiefer in das Thema eingearbeitet habe: Ein einzelner Garten allein rettet keine Art. Aber G\u00e4rten als Netzwerk k\u00f6nnen etwas bewirken, das Schutzgebiete allein nicht leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJeder Quadratmeter z\u00e4hlt, wenn heimische Wildpflanzen wieder Raum bekommen&#8221;, hei\u00dft es bei der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft. Das ist nicht nur ein Appell. Es ist eine biologische Tatsache. Insekten brauchen keine riesigen Fl\u00e4chen. Sie brauchen ein Netz von kleinen, verbundenen Lebensr\u00e4umen, durch das sie sich bewegen und ausbreiten k\u00f6nnen. Genau das k\u00f6nnen Privatg\u00e4rten bilden, wenn genug Menschen mitmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Studie der TU Darmstadt zeigte deutlich, dass viele Insektengruppen durch das Anlegen von Wildblumenwiesen gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Diese Fl\u00e4chen bieten den Tieren mehr Nahrung und Unterschlupf, besonders wenn sie nicht so h\u00e4ufig gem\u00e4ht werden. Und das Anlegen kostet, einmal eingerichtet, kaum noch Zeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Ein Garten, der zur\u00fcckgibt<\/h2>\n\n\n\n<p>2026 ist das Jahr, in dem viele G\u00e4rtnerinnen und G\u00e4rtner merken, dass der sch\u00f6nste Garten nicht der aufger\u00e4umteste ist. Es ist der, in dem etwas passiert. In dem Hummeln surren, Schmetterlinge flattern, V\u00f6gel nach Insekten suchen und der Boden selbst lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Heimische Wildpflanzen sind keine R\u00fcckbesinnung auf eine romantisierte Vergangenheit. Sie sind die pragmatische Antwort auf eine echte \u00f6kologische Krise, und gleichzeitig die \u00e4sthetisch \u00fcberzeugendste Form des G\u00e4rtnerns, die ich kenne. Weniger Arbeit, mehr Wirkung, mehr Sch\u00f6nheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Fangen Sie einfach an. Nehmen Sie einen Streifen Rasen, h\u00f6ren Sie auf zu m\u00e4hen, und pflanzen Sie einen Natternkopf dazu. Das ist alles, was es braucht, um anzufangen. Der Rest kommt von selbst.<\/p><div id=\"gruen-1284521753\" class=\"gruen-test gruen-entity-placement\"><div class=\"gruen-adlabel\">Werbung<\/div><div class=\"InPageAdContainer\">\r\n\r\n<!--\t<span class=\"InPageAdHeaderTextWERBUNG\">WERBUNG<\/span>-->\r\n\r\n\t<div style=\"display: flex; flex-direction: column; align-items: center; gap: 10px;\">\r\n\t\t<div style=\"display: inline-block; padding-top:5px;\">\r\n\t\t\t <div id=\"gruen-49856026\"><div class=\"gruen-adlabel\">Werbung<\/div><div id=\"gruen-438584732\">        <a href=\"https:\/\/t.adcell.com\/p\/click?encodingId=4faac1d62285ab69760be3d76263a584\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow sponsored noopener\">\r\n            <img src=\"https:\/\/www.gruenlandstaudenhof.de\/cms2\/wp-content\/uploads\/my-ads-cache\/66d9fda5291b6d78b60c5d8e10978efe.gif\"\r\n                 alt=\"PAJ-GPS\"\r\n                 style=\"max-width:100%;height:auto;\"\r\n                width=\"468\"                height=\"60\"                 loading=\"lazy\">\r\n        <\/a>\r\n        <\/div><\/div>\r\n\t\t<\/div>\r\n\t\r\n\t\t<div style=\"display: inline-block; 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