Achillea (Schafgarbe) – Staude des Jahres 2021

Für viele ältere Menschen ist die Schafgarbe – auch Achillea genannt – eine alte Vertraute Staude. Für jüngere Menschen stellt sich die gute alte Schafgarbe als Überraschendes Wundermittel dar.

Wie viele andere alte Pflanzen wurde die Schafgarbe wiederentdeckt.

Schafgarbe ist ein Korbblütler mit einem herben Duft. Besonders weit verbreitet ist die Schafgarbe vor allem in Europa und Westasien.

Der Name Schafgarbe kommt nicht von ungefähr. Schon seit mehreren tausend Jahren – seit die Menschen Nutztiere halten – ist Schafgarbe bekannt. Wie der Name schon sagt, besonders bei Schafhaltern bzw. Schafen.

Schafe lieben die mehrjährige Schafgarbe außerordentlich. Besonders oder vermutlich aufgrund ihrer positiven Auswirkungen auf den Verdauungstrakt.

Auch der Mensch hat diese wunderbare medizinische Wirksamkeit entdeckt und die Schafgarbe wurde Teil des Naturheilmittelportfolio des Menschen. In Mitteleuropa und besonders in deutschen Gefilden ist die Wiesen-Wchafgarbe (Achillea millefolium) als Heilpflanze schon seit Ewigkeiten im Einsatz. Wiesen- Schafgarbe zeichnet sich durch seine unglaublich vielseitige Verwendung aus. Besonders im Mittelalter, war Schafgarbe essentiell.

Schafgarbe wirkt

  • beruhigend,
  • blutstillend,
  • durchblutungsfördernd,
  • entspannend,
  • entzündungshemmend,
  • krampflösend,
  • menstruationsregelnd,
  • schleimlösend,
  • schmerzstillend,
  • wundheilend,
  • zusammenziehend

und wird eingesetzt bei folgenden Leiden

  • Appetitlosigkeit,
  • Ausfluss,
  • Blähungen,
  • Ekzeme,
  • Erkrankungen der Galle,
  • Geschwüre,
  • Haarausfall,
  • Hämorrhoiden,
  • Hautentzündungen,
  • Hautprobleme,
  • Kopfschmerzen,
  • Krampfadern,
  • Kreislaufschwäche,
  • Leberschwäche,
  • Magenkrämpfe,
  • Migräne,
  • Nervosität,
  • Wunden

Daher kommen auch die Nebenbezeichnungen „Frauen dank“, „Blutstillkraut“ oder „Grundheil“.

Der botanische Gattungsname Achillea verweist auf niemand geringeren als auf dem griechischen Sagenheld Achilles, Achill oder Achilleus (Bekannt durch seine Ferse). Schon Achilles soll zur damaligen Zeit u.a. beim Trojanischen Krieg auf Schafgarbe vertraut haben.

Gegenwärtig umfasst die Pflazenfamilie rund um Achillea etwa 115 Arten! Aus der robusten anspruchslosen Wildstaude haben sich über die Jahre viele neue Sorten züchten lassen

In der heutigen Zeit wird die Schafgarbe zunehmend für Pharmaunternehmen und die Forschung attraktiv. Aber auch im heimischen Garten oder in der Hausapotheke findet sich Schafgarbe immer häufiger wieder.

Leuchtende Farbenpracht

Die Arten der Schafgarbe zeichnen sich durch viele verschiedene leuchtende Farben aus.

Die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) zeichnet sich durch weiße Blütenschirme aus und findet sich heute überwiegend in naturnahen Gärten wieder.

Die Goldgarbe (Achillea filipendulina) stammt aus Vorderasien besitzt eine wunderschöne gelbe Blüte und eine majestätische Ausstrahlung.

Die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) und die Goldgarbe (Achillea filipendulina) sind Ahnherren des Stammes von dem die meisten Sorten mit ihren unzähligen anderen Farbnuancen abstammen.

Es finden sich die verschiedensten Farbtönen von Weißtönen über Gelbtöne, Rottöne oder Orangetöne bis hin zu pastelltönigen Farben. Sogar zweifarbige Varianten existieren. Bekannte Vertreter der Zweifarbigen Sorten sind die Achillea-Hybriden „Terracotta“ (organgebraun) und „Feuerland“ (feuerrot).

Eine Besonderheit bei einigen Sorten ist, dass sie im Laufe der Blütezeit ihre Farben ändern!

Achillea millefolium „Belle Epoque“ beginnt sein erblühen mit einem wunderschönen herrlichen Kirschrot. Anschließend entwickeln sich Farbtöne mit verschiedene Rosenouancen bzw. Kombinationen. Auch die Sorte Achillea millefolium „Lilac Beauty“ startet mit schönen leuchtenden violetten Blüten, die mit der Zeit in einem wunderbaren Farbenspiel hell-violettrosa oder andere blassere Farbnuancen annehmen.

Laufwerk – fein und filigran

„Millefolium“ kommt aus dem lateinischen. „Mille“ bedeutet „tausend“ und „folium“ steht für „Blatt“ zusammen „Tausendblatt“.

Der Name Tausendblatt kommt nicht von ungefähr. Die botanische Artenbezeichnung „Millefolium“ der Wiesen-Scharfgarbe kommt nicht von ungefähr.

Die Art Achillea Millefolium ist ungefähr 60 Zentimeter hoch und hat sehr fein gefiederte Blättchen. Daher der Name Tausendblatt. Häufig findet sich auch der Name „Augenbraue der Venus“ im Volksmund wieder, aufgrund der sehr feinen Blätter, die – wie der Name sagt – wie Augenbrauen wirken.

Andere Arten der Schafsgarbe müssen sich bezüglich ihres Blattschmuckes nicht verstecken, ganz im Gegenteil. Die Goldgarbe (Achillea filipendulina) wird auch als Farnblättrige Schafgarbe bezeichnet. Sie kann etwa 120 Zentimeter erreichen und gilt aufgrund ihrer Blüten und Blätter als ideale Schmuckpflanze.

Eine weitere schöne Schmuckpflanze ist die Goldquirl-Garbe (Achillea clypeolata). Ihre Blätter zeichnen sich durch ein samtiges Gefühl beim anfassen aus. Sie erreicht etwas 60 bis 70 Zentimeter.

Ganz besondere Blätter hat die Griechischen Silbergarbe (Achillea umbellata) und die Dalmatiner- Silbergarbe (Achillea ageratifolia). Sie sind beide nur so um die 15 Zentimeter hoch und wirken wie ein Polster. Ihre Blätter haben ein ganz besonders schönes silberfarbiges Laub.

Schafgarbe – Anspruchslos, Robust und fast unverwüstlich

Schafgarben gelten als anspruchslos, robust und fast unverwüstlich, denn sie halten viel aus, nicht nur den regelmäßigen verbiss bzw. abbiss von Schafen, auch so manchen Gärtner 😉

Wenn die Schafgarben an einem sonnigen Plätzchen gepflanzt ist, kommt sie mit einem durchschnittlichen Gartenboden genauso gut zurecht wie mit eher sandigen Böden.

Auch Pflanzen mit Hitze oder Trockenheit kann die Schafgarben gut wegstecken.

Was sie hingegen absolut nicht mag (wie viele Pflanzen auch) ist Staunässe! Insbesondere die silbrigblättrigen Varianten wie Griechischen Silbergarbe (Achillea umbellata) und die Dalmatiner- Silbergarbe (Achillea ageratifolia) sind da überordentlich empfindlich. Bei einem schweren oder lehmigen Boden kann der Boden leicht aufgebessert werden. Vor dem Pflanzen einfach das Loch tiefer graben und mit reichlich gewaschenen Sand auffüllen.

Aber, es gibt eine Ausnahme. Die Sumpfschafgarbe auch Achillea ptarmica liebt – wie der Name schon verrät – auch gerne mehr Wasser.

Düngen kann man Schafgarben auch, ist aber im Prinzip nicht notwendig. Alle zwei bis drei Jahre einen guten Kompost in einer dünnen Schicht aufgetragen reich völlig. Zu viel Dünger bzw. Kompost bewirkt eher das Gegenteil und mindert die Standfestigkeit der Pflanzen.

Die Mehrjährigkeit der Schafgarben endet in den meisten Gärten etwa nach fünf Jahren in denen Sie die Blütenpracht genießen konnten. Sie bescheiden die Schafgarbe bei ihren Ansprüchen ist, so bescheiden verschwindet sie auch. Heimlich und leise, aber, dass muss nicht sein. Man kann die Schafgarbe vor dem verschwinden bewahren, wenn man sie alle drei bis vier Jahre teilt. Dann hat man noch sehr viel länger Freude an der herausragenden Blütenpracht.

Schafgarben – Beliebte Insektenpflanze

Fast alle Arten der Schafgarben bieten für Insekten ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen an. Dadurch bilden sie einen Anziehnungspunkt für unzähligen Insekten in der Blütezeit. Ganz besonders hilfreich um die Schafgarben erneut zu blühen zu bringen: Nach der ersten Blüte (Flor) ungefähr im Juni bis Juli die verblüten Blüten entfernen. Dadurch kann die Schafgarbe im September rum erneut mit einer zweiten Blüte aufblühen. Im Frühjahr erfolgt der Rückschnitt. Die trockenen Triebe sollten im Winter an der Pflanze gelassen werden. In der kalten Jahreszeit dienen die Triebe als Strukturgebend, sehen im Schnee besonders gut auch und bieten Insekten ein gutes Winterquartier.

Schafgarbe ein vielseitiges Multitalent im Garten

Die Schafgarbe (Achillea) lässt sich unglaublich vielseitig im Garten einsetzen und einbringen. Niedrigwachsende Arten sind eine ideale Bereicherung für Steingärten und Trockenmauern.

Wiesen-Schafgarbe in Verbindung mit Salbei (Salvia pratensis), Hornklee (Lotus corniculatus) und Flockenblumen (Centaurea jacea) können sie für wiesenorientierte Pflanzungen einsetzen.

Beete mit Königskerzen (Verbascum),Silber-Ährengras (Stipa calamagrostis), Blauraute (Perovskia atriplici-folia) und Hoher Fetthenne (Sedum telephium) können Sie mit gelb blühende Schafgarben aufhübschen.

Wenn Sie Rabatte oder Beete mit Prachtstauden angelegt haben, können Sie die verschiedenen Sorten der Achillea mit ihren unterschiedlichsten Farben ideal einbinden. Auch zum einrahmen von Gebäuden oder zur Akzentsetzung sind Schafgarben ideal.

Factsheet

  • Schafgarben bieten ein reichhaltiges Nektarangebot
  • Magnet für Insekten
  • Können Ihre Farben über die Zeit wandeln
  • Hohes Farbsprektrum

Das mögen Schafgarben

  • volle Sonne
  • durchlässigen, trockenen bis frischen Boden ( Achillea ptarmica liebt frische Böden)
  • Trockenphasen machen den meisten Achillea Arten nichts aus (Ausnahme: Achillea ptarmica benötigt Feuchtigkeit)
  • Frühjahrspflanzung, erfolgt etwa von Ende März bis Mitte April
  • alle zwei bis drei Jahre etwas Kompost zum Austrieb

Das mögen Schafgarben nicht

  • schwere Böden
  • Staunässe an ihrem Standort
  • schattige Plätze
  • zu viel Dünger
  • Pflanzung im Herbst

Sortenliste Achillea

Im folgenden haben wir eine Liste beliebter Sorten aufgestellt:

Botanischer NameHöheBlütezeitBlüte, Blatt, Besonderheiten
Achillea millefolium „Lilac Beauty“60 cmErste Blüte: Juni bis Juli Optionale zweite Blüte: SeptemberBesonders reichblühende Sorte. Die Blüte blüht von Lila bis Rose aufhellend. Der Wuchs ist Aufrecht und es bilden sich kurze Ausläufer.
Achillea millefolium „Terracotta“60 – 80 cmErste Blüte: Juni bis Juli Optionale zweite Blüte: SeptemberVom Erblühen bis zum Verblühen der Blüte entwickelt sich ein breites Farbspektrum von Orange über Terracotta bis hin zu einem Hellgelb. Der Wuchs ist Aufrecht und es bilden sich kurze Ausläufer.
Achillea millefolium „Kirschkönigin“50 – 60 cmErste Blüte: Juni bis Juli Optionale zweite Blüte: SeptemberBesonders schönen Farbspiel. Bei Erblühen hat diese Sorte ein Kirschrot, dass sich über die Zeit zu einem Hellrot bis zu einem zarten Rosa entwickelt. Es bilden sich kurze Ausläufer und der Wuchs ist aufrecht.
Achillea filipendulina „Coronation Gold“70 cmErste Blüte: Juli bis SeptemerDiese Sorte ist ein beliebter Klassiker unter den Sorten. Die Blütenteller setzen sich aus mehreren Tuffs zusammen. Die Farbe ist goldgelb. Sie hat einen aufrechten Wuchs und ist horstbildend.
Achillea filipendulina „Lachsschönheit“60 cmErste Blüte: Juni bis Juli Optionale zweite Blüte: SeptemberDie Blütenfarbe beginnt mit einem Lachsrosa wechselt über zu einem Hellrosa bis zu einem Cremeweiß. Der Wuchs ist aufrecht und es bilden sich kurze Ausläufer.
Achillea clypeolata „Moonshine“40 – 50 cmErste Blüte: Juni bis Juli Optionale zweite Blüte: SeptemberDiese Sorte zählt zu den besonders reich blühenden. Beim Erblühen entwickeln sich erst hellere, spätere schweifelgelbe fluffige Blüten. Dies erzeugt sehr schöne Farbeffekte. Die Blätter sind samtig. Der Wuchs ist aufrecht. Die Sorte ist horstbildend.
Achillea umbellata15 cmErste Blüte: Mai bis Juli

Die Griechische Silbergabe hat große weiße Blüten, die teilweise doldenartig zusammenstehen. Ihr Laub ist silbern und fein behaart. Es ist Wintergrün und hat einen kriechenden horstartigen Wuchs. Es eignet sich hervorragend in Trögen und Beeten.
Achillea ageratifolia15 cmErste Blüte: Mai bis JuliDie Dalmatiner-Silbergabe hat ein fein behaartes silbriges Laub. Die Blüten sind weiß. Sie ist Wintergrün und polsterbildend. Es eigenet sich für Beete oder Tröge
Achillea tomentosa „Aurea“10 – 15 cmErste Blüte: Mai bis JuliSie zeichnet sich durch gelbe kompakt zusammenstehende Blüten aus. Die Blätter haben einen zarten silbrig-grauen Flaum. Der Wuchs ist kriechend. Es bilden sich dichte Teppeiche.
Achillea ptarmica80 cmErste Blüte: Mai bis AugustDie Sumpf-Schafgarbe blüht weiß und benötigt einen frischen bis feuchten Boden. Der Wuchs ist aufrecht und die Sorte neigt zur Wucherung. Die Sorte “Schneeball” blüht gefüllt. Die Sorte “Nana Compacta” bildet etwas 30 Zentimeter hohe Horste

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