Nachhaltigkeit, Lippenbekenntnis der Verbraucher?

Heute schreiben wir über das sehr ernstes Thema, die Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit bedeutet Rücksicht, Rücksicht auf Mensch, Natur und Produkt.

Nachhaltigkeit ist aber noch weitergedacht, auch die “Ökosysteme” um den Menschen, die Natur und das Produkt sowie die Querschnitte sind davon umfasst.

Nachhaltigkeit in der Produktionskette ist essentiell für unsere Zukunft als Mensch und für die Natur. Der nachhaltige Umgang mit der Natur ist essentiell für den Menschen und das Produkt. Der nachhaltige Umgang des Menschen im Ökosystem entscheidet wie die Zukunft der Menschheit aussehen wird.

Nachhaltigkeit ist ein Risiko, ein Wagnis. Das Risiko zu entscheiden, welche Zukunft man nicht will.

Im Zuge dieses Wagnis entscheiden sich viele, zu Recht, für die Nachhaltigkeit. Doch leider ist dieses Bekenntnis häufig nur eine Summe leerer Worte und Versprechen.

Was in letzter Zeit ebenfalls zunimmt und dem Nachhaltigkeitsgedanken entgegenläuft sind Spaßbestellungen oder Fakebestellungen. Diese äußern sich in der Regel in folgenden Schemata.

Unter Spaßbestellungen oder Fakebestellungen fallen Bestellungen, bei denen der „Käufer“ überhaupt keine Interesse hatte. Erkennbar sind Sie häufig daran, dass Bestellungen unter anderem bei verderblichen Waren direkt nach Versandmitteilung widerrufen werden oder nicht abgeholt werden. Ein weiterer Punkt ist die Umleitung der Waren, durch den Empfänger, an einen Paketshop mit anschließendem „Nicht-Abholen“ der Ware. Auch bei avisierten und mit dem Käufer abgesprochenen Terminen kommt es häufig vor, dass der Käufer nicht zu Hause war oder diesen Termin nicht einhält.

Die Erklärungen, warum der Käufer eines der obigen Dinge tut, sind äußerst vielfältig von „hatte auf einmal keine Zeit, Lust“ bis hin zu „habe kein Auto und kann die Sachen nicht abholen, Laufen / Fahrrad / öffentlicher Personennahverkehr ist mir zu aufwendig“

In jeder der obigen Konstellationen können die verderblichen Waren anschließend entsorgt werden.

Kann man es den Verbrauchern übel nehmen?

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Ja und nein. Nachhaltigkeit kostet Geld. Wer Geld hat, will es nicht ausgeben, wer kein Geld hat, kann es nicht ausgeben.

Besonders Empfänger von kleinen Renten oder Hartz4 können sich „Nachhaltigkeit“ schlicht nicht leisten. Hier ist der Gesetzgeber gefragt Lösungen anzubieten.

Jedoch die Lüge aufrechtzuerhalten, dass man auf Nachhaltigkeit wert legt, ist einfach falsch und verzerrt die Realität.

Was ebenso nicht geht, ist es Schäden zu verursachen oder zu provozieren. Entweder, weil einem scheinbar „langweilig“ war, man „impulsiv“ gekauft hat oder man einfach unüberlegt handelt. Spaßbestellungen oder Fakebestellungen sind kein Kavaliersdelikt sondern schaden nicht nur den Lieferanten sondern auch die Natur und dem Menschen durch unnötigen Transport, Abfall oder weil Lebensmittel weggeworfen werden müssen, statt diese jemanden zuzuwenden, der sie wirklich benötigt.

Man kann es direkt und deutlich sagen, Spaßbestellungen und Fakebestellungen sind asozial.

Wie kann man das Problem lösen?

Nachhaltigkeit bedeutet Verzicht.

Man muss darauf verzichten das günstigste zu kaufen.

Darauf verzichten Dinge nicht zu hinterfragen. Verzicht auf Bequemlichkeit.

Häufig wird auf den gesellschaftlichen Wandel angesprochen. Dieser ist notwendig, aber er funktioniert nur, wenn wir auch einen persönlichen Wandel vollziehen.

Statt eine große Menge Fleisch bei Discounter möglichst billig zu kaufen, lieber eine kleine Menge von Fachgeschäft. Statt billiges Gemüse und Obst aus Monokulturen oder Agrarfabriken, lieber etwas vom Hofladen.

Wir brauchten allerdings auch einen politischen Wandel. Insbesondere angemessene Einkommen bzw. ein (bedingungsloses) Grundeinkommen und Mindestrenten können helfen angemessene Preise für nachhaltige Produkte überhaupt erst bezahlbar zu machen.

Auch gesetzlich ist einige notwendig insbesondere müssen gegen Spaßbestellungen und Fakebestellungen Sanktionen möglich sein. Zudem muss der Verbraucher mehr in die Verantwortung genommen werden.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Egon Breitner

    Hallo Walter, ich bin auch Unternehmer und kenne das Problem, dass du beschreibst!

  2. Jörg

    Direkt und klar! So ist es!
    Als kleiner Landwirt erleben wir das jeden Tag.
    Alles finden es super toll, aber niemand will es kaufen. Denn wir sind zu teuer. Als Alibi sind wir kleinen Hofläden gut genug, aber zum kaufen, dann lieber in den Aldi.

  3. Bauernhof Weigert

    Schön, dass jemand mal das Thema direkt anspricht.
    Ich als selbständiger sehe jeden Tag die Nachhaltigkeitslügen der Käufer.
    Ja ja, wir kaufen nachhaltig und Bio, auch wenn’s teurer ist. Bei mir kaufen sie es nicht. Sie kaufen das billigste!
    Wenn’s ums Geld geht ist es egal ob unser Fleisch Haltungsstufe 4 hat, da wird auch Haltungsstufe 2 gekauft.
    Ich werde von Verbrauchern quasi gezwungen auch “minderwertigeres” Fleisch zu verkaufen. Wenn ich es nicht anbiete, kaufen sie gar nichts. Mein teures Premiumfleisch wird an manchen Tagen zum Ladenhüter und wird essen es selbst.

  4. Jannik

    Natürlich!
    Kaufen kaufen kaufen und am Ende nicht darüber nachdenken. So funktioniert das heute. Verhätschelte Verbraucher wie es so schön heißt.

  5. Silvia

    Das kenne ich aus anderen Bereichen! Größe Sauererei

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