Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum manche Unternehmen so tun, als würden Energie und Ressourcen keine Rolle spielen. Als ob Strom vom Himmel fiele und Kartons sich von selbst recycelten. Wir tun das nicht. Und wir wollen Ihnen hier, ohne viel Umschweife, erklären, was wir stattdessen tun und warum das manchmal bedeutet, dass eine Pflanze ein paar Tage länger unterwegs ist.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell sich verändert, was lange selbstverständlich schien. Strom, Heizung, Verpackung, Transport – all das ist teurer, knapper und komplexer geworden. Viele Unternehmen schweigen darüber. Wir nicht. Dieser Artikel erklärt, was wir konkret unternehmen, um ressourcenschonend zu wirtschaften und warum einige unserer Entscheidungen auch Auswirkungen auf Lieferzeiten oder Verfügbarkeiten haben können. Transparenz ist für uns kein Marketinginstrument. Es ist schlicht der Respekt, den wir Ihnen schulden.
Denn ja: Nachhaltigkeit hat Konsequenzen. Manchmal auch für Sie als Kunde.
Die Lage, die wir alle kennen – aber selten ansprechen
Seit dem Winter 2021/22 hat sich vieles verändert. Die Energiepreise sind nicht einfach gestiegen – sie haben sich in manchen Bereichen vervielfacht. Wer ein Gewächshaus betreibt, weiß das aus leidvoller Erfahrung. Wer Logistik organisiert, auch. Und wer Verpackungsmaterial kauft, hat in den letzten Jahren Preisschocks erlebt, die schlicht unberechenbar waren.
Gleichzeitig – das muss man fairerweise sagen – erwarten viele Kunden nach wie vor, dass Bestellungen in zwei Tagen ankommen, Verpackungen makellos sind und der Preis sich nicht verändert. Das ist menschlich. Wir alle wollen das. Aber es ist nicht mehr überall realisierbar. Nicht ohne Abstriche an anderer Stelle.
Was wir also tun: Wir entscheiden bewusst, wo wir Abstriche machen und wo nicht.
Strom vom eigenen Dach: Photovoltaik als Grundbaustein
Fangen wir mit dem Offensichtlichsten an. Solarenergie. Photovoltaik. Was früher nach Ökoprojekt aus den Neunzigern klang, ist heute schlicht wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch erst recht.
Überall dort, wo es uns möglich ist, haben wir auf regenerative Energiequellen umgestellt, insbesondere auf Photovoltaikanlagen. Das betrifft unsere Betriebsflächen, Lagerhallen und, wo immer die baulichen Voraussetzungen stimmen, auch Produktionsbereiche. Die Sonnenenergie, die wir selbst erzeugen, ist Energie, die wir nicht kaufen müssen und nicht über das Netz beziehen, das nach wie vor zu einem erheblichen Teil aus fossilen Quellen gespeist wird.
Natürlich gibt es Grenzen. Nicht jedes Dach trägt eine Anlage, nicht jeder Standort eignet sich gleich gut. Das wäre gelogen. Aber unser Ansatz ist klar: Wir bauen aus, wo es geht, und wir kaufen dort, wo wir nicht selbst produzieren können, möglichst aus erneuerbaren Quellen.
Was das konkret bedeutet? Weniger Abhängigkeit von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt. Weniger CO₂-Ausstoß pro Produktionseinheit. Und – das ist ein nüchterner, aber wichtiger Punkt – eine bessere Planbarkeit für uns als Unternehmen. Wer die eigene Energiequelle kennt, kann kalkulieren. Wer komplett vom Netz abhängt, kann das nicht.
Kein warmes Gewächshaus und das aus gutem Grund
Hier kommt der Punkt, der manchmal für Stirnrunzeln sorgt. Wir betreiben keine beheizten Warmgewächshäuser.
Das klingt erst einmal nach Einschränkung. Ist es auch – aber einer, die wir bewusst gewählt haben. Denn ein Warmgewächshaus zu betreiben, das das ganze Jahr über beheizt wird, ist mit einem enormen Energieeinsatz verbunden. Gerade in den Wintermonaten, wenn Außentemperaturen weit unter null fallen und gleichzeitig die Heizkosten explodieren, ist das energetisch kaum vertretbar.
Wir setzen stattdessen auf Kaltgewächshäuser – also Strukturen, die frostgeschützt, aber nicht aktiv beheizt werden. Das verändert, welche Pflanzen wir wann anbieten können. Es verändert unsere Anbausaison. Und es verändert manchmal, was Sie in unserem Sortiment finden.
Aber es halbiert nicht unsere Energierechnung – es verhindert einen Großteil davon überhaupt erst.
Manche Kunden fragen uns, warum bestimmte Pflanzen im Januar nicht verfügbar sind. Die Antwort ist schlicht: weil wir sie nicht in einem energiefressenden Hochleistungsgewächshaus aufziehen. Wir züchten saisonal. Nicht weil wir nicht könnten, sondern weil wir nicht wollen – zumindest nicht zu dem Preis, den die Umwelt dafür zahlen müsste.
Recycling, Upcycling, Refurbishment – drei Wörter, die wirklich gelebt werden
Okay, „Recycling” sagt jedes Unternehmen. Meistens steht darunter: Die Papiertonne wird getrennt. Gut, aber ausbaufähig.
Bei uns bedeutet das Ganze etwas anderes.
Konkret: Wir verwenden Kartonagen mehrfach. Pflanztöpfe werden gereinigt und erneut eingesetzt. Verpackungsmaterial, das im guten Zustand ist, wandert nicht in die Tonne, sondern zurück in den Kreislauf. Was sich reparieren lässt, wird repariert. Was sich aufwerten lässt, wird aufgewertet. Erst wenn beides nicht mehr geht – dann erst landet etwas im Recycling im eigentlichen Sinne.
Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Denn der schnellere, günstigere Weg wäre: Einwegmaterial kaufen, einmal verwenden, wegwerfen, neu bestellen. Das spart Zeit. Aber es kostet Ressourcen, die nicht mehr so billig sind wie noch vor fünf Jahren und die schlicht irgendwo auf der Erde abgebaut, verarbeitet und transportiert werden mussten.
Upcycling heißt bei uns auch: Wir denken darüber nach, welchen Materialien ein zweites Leben gegeben werden kann. Ein Topf, der nach einem Transport einen kleinen Schönheitsfehler hat, ist kein Wegwerfartikel. Er ist ein Topf. Er funktioniert noch. Er kommt wieder zum Einsatz.
Das setzt voraus, dass wir Lagerkapazitäten vorhalten, Reinigungsprozesse haben und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Ansatz mittragen. Tun wir. Weil wir glauben, dass es sich langfristig lohnt – für uns, für Sie und für alle, die nach uns kommen.
Konsolidierter Versand: Warum Ihre Pflanze manchmal etwas länger braucht
Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der vielleicht am meisten Erklärungsbedarf hat.
Stellen Sie sich vor: In einer Gärtnerei oder auf einem Feld stehen fünfzehn Pakete bereit, die in die Verpackungsabteilung müssen. Früher wäre da morgens früh ein Fahrzeug losgefahren, hätte vielleicht sechs Pakete geladen, wäre gefahren, zurückgekommen, und am Nachmittag nochmal. Zwei Fahrten. Halbbeladenes Fahrzeug. Doppelter Kraftstoffverbrauch.
Wir machen das anders.
Wir konsolidieren unsere Transporte. Das bedeutet: Die Ware wartet, bis eine sinnvolle Menge zusammengekommen ist und dann geht es in einer gebündelten Fahrt los. Weniger Fahrten, mehr Ware pro Fahrt, weniger Emissionen pro transportierter Einheit. Das gilt sowohl für die Strecke Gärtnerei/Feld zur Verpackung als auch für den Weg von der Verpackung zum Logistikzentrum.
Was das für Sie bedeutet? Ehrlich gesagt: manchmal einen Tag mehr. Manchmal zwei. Die Laufzeit verlängert sich geringfügig, weil wir auf den nächsten gebündelten Transport warten, anstatt sofort einen Einzeltransport loszuschicken.
Wir wissen, dass das nicht für jeden Kunden ideal ist. Wer dringend etwas braucht, für den ist Warten keine schöne Option. Aber wir glauben, dass es richtig ist und wir werden das nicht verschweigen. Lieber erklären wir, warum etwas drei Tage länger dauert, als so zu tun, als wäre schnelle Lieferung um jeden Preis erstrebenswert.
Nebenbei bemerkt: Konsolidierter Versand senkt auch unsere Logistikkosten und das hilft dabei, die Versandpreise überhaupt noch halbwegs im Rahmen zu halten. Es ist also kein reines Nachhaltigkeitsprojekt, sondern auch schlichte Vernunft.
Was das alles zusammen bedeutet – und was nicht
Wir sind kein Unternehmen, das Ihnen erzählen wird, wir seien bereits perfekt nachhaltig aufgestellt. Das wären wir nicht. Es gibt Bereiche, in denen wir noch viel tun können. Es gibt Prozesse, die wir noch optimieren. Es gibt Materialien, für die wir noch keine bessere Alternative gefunden haben.
Aber wir haben uns entschieden, diese vier Bausteine – erneuerbare Energie, Kaltgewächshäuser, Materialkreisläufe, konsolidierter Transport – nicht als Marketing-Anhängsel zu behandeln, sondern als operative Grundsätze.
Das kostet manchmal etwas. An Zeit, an Komfort, an kurzfristiger Effizienz. Und wir sind der Meinung, dass das fair kommuniziert werden muss. Denn wenn Sie als Kundin oder Kunde wissen, warum eine Lieferung ein paar Tage länger dauert, werden Sie das vielleicht anders bewerten, als wenn Sie gar keine Erklärung bekommen.
Vertrauen entsteht nicht durch makellose Lieferzeiten. Es entsteht dadurch, dass man erklärt, was man tut und warum.
Die unbequeme Wahrheit über Erwartungen
Lassen Sie uns kurz bei einem Thema bleiben, über das in der Branche selten offen gesprochen wird: die Erwartungshaltung.
Der Onlinehandel der letzten zehn Jahre hat uns alle konditioniert. Nächster-Tag-Lieferung. Kostenloser Versand. Problemlose Rücksendung. Immer verfügbar, immer günstig, immer sofort. Das ist für bestimmte Produkte möglich und für andere eben nicht, zumindest nicht ohne erhebliche Kosten, die irgendwo anfallen müssen.
Pflanzen sind lebende Organismen. Sie brauchen Fürsorge während des Transports. Sie haben Saison. Sie vertragen keine Extreme. Und sie kommen aus Betrieben, die Energie verbrauchen, Wasser brauchen, Arbeitskräfte beschäftigen.
Wir sagen das nicht, um Erwartungen kleinzureden. Wir sagen es, weil wir glauben, dass eine ehrliche Grundlage für ein Kundenverhältnis langfristig besser ist als eine, die auf unrealistischen Versprechen aufgebaut ist. Wer schneller möchte, findet andere Anbieter. Wer günstiger möchte, auch. Aber wer wissen will, was hinter dem Produkt steckt – wer wissen will, wie es produziert wird, wie es transportiert wird und warum bestimmte Entscheidungen so getroffen werden – der ist bei uns richtig.
Das klingt vielleicht selbstbewusst. Vielleicht ist es das auch. Aber wir glauben, dass Transparenz kein Luxus ist. Sie ist die Voraussetzung für Vertrauen.
Ressourcenkrise ernst nehmen: Was das im Alltag heißt
Die großen Schlagworte – Energiekrise, Ressourcenknappheit, Klimawandel – können abstrakt wirken. Zu groß, zu weit weg, zu komplex. Wir verstehen das. Auch wir stehen manchmal morgens vor der Aufgabe, konkret zu machen, was sonst nur in Berichten steht.
Was tun wir also wirklich, im Alltag?
Wir überprüfen regelmäßig unseren Verbrauch – Strom, Wasser, Verpackungsmaterial. Wir schauen, wo wir weniger einsetzen können, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Wir fragen uns bei jeder Investition: Lohnt sich das langfristig – nicht nur finanziell, sondern auch in Bezug auf Ressourcenverbrauch?
Das ist keine Rocket Science. Aber es ist konsequent. Und Konsequenz über Zeit ist das, was am Ende den Unterschied macht – nicht die großartige Nachhaltigkeitsstrategie, die im Regal verstaubt.
Wir renovieren keine Töpfe aus Imagegründen. Wir tun es, weil wir ausgerechnet haben, dass es Sinn ergibt. Wir warten auf konsolidierte Transporte nicht, um ein grünes Sternchen im Nachhaltigkeitsbericht zu verdienen. Wir tun es, weil weniger Fahrten schlicht und einfach besser sind – für die Umwelt und für die Kostenkalkulation.
Was Sie von uns erwarten können und was nicht
Abschließend möchten wir klarmachen, was Sie als Kundin oder Kunde realistischerweise von uns erwarten können.
Sie können erwarten: transparente Kommunikation darüber, wie wir produzieren und transportieren. Produkte, die mit einem Bewusstsein für Ressourcen hergestellt wurden. Ehrliche Aussagen über Lieferzeiten, auch wenn sie länger sind als anderswo. Und einen Betrieb, der nicht so tut, als wären Energie und Material kostenlos.
Sie können nicht erwarten: dass jede Bestellung innerhalb von 24 Stunden ankommt. Dass wir das ganze Jahr über jede Pflanze in höchster Qualität liefern, unabhängig von Saison und Witterung. Dass wir Preise halten, als hätten sich Energie- und Rohstoffmärkte der letzten Jahre nicht verändert.
Das klingt hart formuliert. Aber wir denken, es ist respektvoller, das so zu sagen, als es in weiche Marketingsprache zu kleiden.
Ein letzter Gedanke
Nachhaltigkeit ist kein Endzustand. Sie ist ein Prozess – manchmal unbequem, manchmal teuer, manchmal bedeutet er, eine Bestellung einen Tag länger warten zu lassen.
Wir sind ein Unternehmen, das sich entschieden hat, diesen Prozess ernstzunehmen. Nicht weil es gerade trendy ist. Sondern weil wir glauben, dass man in zwanzig Jahren froh sein wird, früh angefangen zu haben. Und weil wir überzeugt sind, dass Kunden – also Sie – klug genug sind, den Unterschied zwischen echtem Engagement und Greenwashing zu erkennen.
Wenn Sie Fragen zu unseren Maßnahmen haben, sprechen Sie uns an. Wir erklären, was wir tun. Und was wir (noch) nicht tun.
