Frühkartoffeln aus dem eigenen Garten – so geht’s

Leckere Kartoffeln frisch aus dem eigenen Garten direkt in den Topf und anschließend auf den Tisch. Was besseres gibt es nichts!

Bei der Frühkartoffel gibt es unzählige Sorten und alle sind bei Kennern beliebt, je nach Speise. Auch im eigenen Garten lohnt sich der Anbau einer leckeren Frühkartoffel immer. Frühkartoffeln reifen zur Spargelzeit und sind in der Regel sehr robust, kaum anfällig für Kartoffelkäfer oder die von vielen Bauern gefürchtete Krautfäule.

Sortenauswahl

Die Sortenauswahl an Frühkartoffeln ist riesengroß. Für jeden Geschmack und jede Speise gibt es die richtige Kartoffel. Sehr beliebt unter den frühsten Frühkartoffeln sind

  • die festkochende Sorte „Anabelle“
  • die vorwiegend festkochende Sorte „Friesländer“
  • die festkochende „Glorietta“
  • die mehligkochende „Margit“

Von der Pflanzung bis zur Ernte benötigen diese Kartoffelsorten teilweise weniger als drei Monate. Das bedeutet im Juni, passend zur Spargelzeit, können Sie ernten und die eigene Kartoffel zu einem leckeren Spargelgericht (z.B. Spargel-Schinken-Röllchen) servieren.

Andere frühe Sorten, die allerdings etwas länger zur Ernte brauchen sind die Sorten „Belana“ oder „Sieglinde“. Diese Sorten werden im Juni und Juli erntereif.

Bei mittelfrühen Kartoffelsorten rechnete man mit etwa fünf Monaten von der Pflanzung bis zur Ernte. Diese sind dann etwa im August und September erntereif. Dazu zählen Sorten wie die „Cilena“ oder „Hansa“.

Frühkartoffeln schmecken am besten frisch und lassen sich nicht so gut und so lange lagern. Frisch geerntete Frühkartoffeln zeichnen sich durch eine dünne, zarte Schale aus. Daher braucht man diese Kartoffeln auch nicht schälen, die Schale wird mitgegessen. Ein einfaches Abbürsten genügt um die Schale von Erdresten zu befreien.

Tipp: Für die Wintervorrat verwenden Sie am besten mittelfrühe oder späte Sorten. Zu den späten Sorten zählt die „Linda“ und die „Violetta“. Späte Sorten werden gegen Ende August bis in den Oktober hinein geerntet.

Krankheiten und Schädlinge bei Frühkartoffeln vorbeugen

Phytophtora infestans (eine Pilzkrankheit) ist die gefürchtete Knollenfäule und Krautfäule. Sie ist sehr gefährlich und einer der übelsten Feinde jeder Kartoffelsorte. Nicht nur Frühkartoffeln werden von ihr angefallen.

In der Geschichte hat Phytophtora infestans durch einen Totalausfall der Ernte immer wieder Hungersnöte ausgelöst und große Menschenmengen verhungern lassen.

Eine weitere Gefahr ist der äußerst gefräßige Kartoffelkäfer. Der Kartoffelkäfer kann den Pflanzen sehr stark zusetzen und sie komplett kahl fressen.

Heute haben wir entsprechende Sorten gezüchtet und sehr komplexe Anbaumethoden entwickelt um den Gefahren her zu werden. Auch durch die Hilfe neuer Biozide kann ein stabiler Anbau garantiert werden. Hungersnöte sind somit keine Gefahr. Die Gefahr für die heimische Kartoffel in Ihrem Garten besteht allerdings weiterhin.

Ein Vorteil der Frühkartoffeln, sie sind gegen Phytophtora infestans (Knollenfäule und Krautfäule) weitgehend „gefreit“, aus einem einfachen Grund: Sie werden erntereif bevor die Phytophtora infestans zuschlägt. Und selbst wenn diese Pilzkrankheit die Kartoffelpflanze befällt ist das kein „großes“ Problem. Die Knollen sind bereits zum Zeitpunkt der Infektion ausgewachsen .

Ähnliches gilt für den Kartoffelkäfer. Diese triff je nach Witterung erst Angang Juni in gefährlichen Mengen auf. Zu diesem Zeitpunkt sind Ihre Kartoffeln bereits ausgewachsen, selbst wenn der Kartoffelkäfer das oberirdische Laub abfressen sollte.

Anbau von Frühkartoffeln / Vorbereitungen

Um Frühkartoffeln bestmöglich anzubauen hat sich folgendes Vorgehen im privaten Umfeld empfohlen:

Um eine möglichst frühe Ernte zu erhalten, sollten Sie die Frühkartoffeln im März in einer Komposterde oder Pflanzerde vorkeimen lassen. Dies führt zu einer Ertragssteigerung von bis zu 20%. Weiterer Vorteil, durch das vortreiben, werden die Pflanzen kräftiger.

Auspflanzen sollten Sie die vorgekeimten Frühkartoffeln im April. Durch das Vorkeimen kommen die Kartoffeln gut mit kühleren Bodentemperaturen zu recht und wachsen sofort weiter.

Pflanzkartoffeln haben eine natürliche Keimhemmung bei Kälte. Etwas Wärme kann die Keimung der Frühkartoffeln wieder anregen.

Profi-Tipp: Um die Keimhemmung zu deaktivieren legen Sie die Frühkartoffeln etwa zu Hälfte der Schale in eine leicht feuchte Erde. Verwenden Sie dazu eine Kiste oder Schüssel und stellen Sie diese bei etwa 15 bis 20 Grad an einen schönen Platz bis sich dunkelgrüne kräftige Keime bilden. Anschließend benötigen die Frühkartoffeln möglichst viel Licht, aber kühlere Temperaturen von etwas zehn bis zwölf Grad. Wenn die Kartoffeln zu warm gehalten werden, werden die Triebe der Kartoffeln zu lang und zu dünn. Ein guter Austrieb ist etwas drei Zentimeter lang. Abschließend lassen Sie die Knollen an einen noch kühleren Ort ruhen, damit die Knollen für das Freiland abgehärtet sind.

Pflanzung von Frühkartoffeln

Zwischen Anfang April und Mitte April ist es soweit! Die vorgekeimten Frühkartoffeln dürfen Sie nun ins Freiland bringen. Wenn Sie Kartoffeln im Gewächshaus anbauen wollen, dass können Sie die Frühkartoffel etwas drei Wochen vorher ins Gewächshaus pflanzen.

Frühkartoffeln sind sehr genügsam was den Gartenboden anbelangt, sofern er schön locker ist.

Pflanzkartoffeln sind starkzehrer, daher sollten Sie für ausreichend Nährstoffe im Pflanzloch sorgen. Ideal ist eine gute Portion Kompost oder Hornmehl.

Die Knollen sollten Sie etwa fünf Zentimeter tief in die Erde bringen. Der Abstand zwischen zwei Knollen sollte bei etwa 30 Zenimetern liegen.

Nach etwa zwei bis drei Wochen nach dem Pflanzen, sollten die ersten Triebe an die Oberfläche kommen. Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie die Erde gleichmäßig feucht halten.

Um das Wachstum der Tochterknollen zu begünstigen gehen Sie wie folgt vor:

Wenn die Pflanzen etwa 15 bis 20 Zentimeter hohe Triebe gebildet haben, werden die Triebe mit Erde angehäufelt. Das sorgt dafür, dass die Tochterknollen besser wachsen. Diesen Vorgang wiederholen Sie alle etwa drei Wochen.

Bis zu den Einheiligen sollten Sie die Frühkartoffel immer wieder abdecken, damit Sie nicht von Nachtfrösten oder Spätfrösten beschädigt wird.

Nach der Blütezeit beginnt die Erntezeit

In der Blütezeit entwickelt die Frühkartoffel je nach Sorte weiße bis blassrosa Blüten, die sehr schön anzusehen sind, vergleichbar mit den Blüten von Zierpflanzen. Auch in der Leuchtkraft der Farbe steht die Kartoffel einer Zierpflanze nicht nach.

Solange die Kartoffelpflanze blüht ist sie nicht erntereif. Frühkartoffeln werden nach der Blüte geerntet. Mittlere oder spätere Kartoffeln erst nachdem das Laub abgetrocknet und abgestorben ist. Die Schale der mittleren und späteren Kartoffeln muss „verkorkt“ sein, nur dann besitzen diese Kartoffeln die notwendige Haltbarkeit zur Einkellerung.

Bei Frühkartoffeln sollten Sie darauf achten, dass diese möglichst frisch auf den Tisch kommen, das bedeutet nach der Blüte können Sie diese ernten und nach der Ernte auch verwenden. Frühkartoffeln eignen sich daher hervorragend um diese „nach Bedarf“ zu entnehmen.

Kleiner Gourmet-Tipp: Direkt nach der Blüte sind die Kartoffeln noch nicht hundertprozentig ausgewachsen, dafür aber sehr zart und viel aromatischer.

Wenn Sie nur einen Teil der Kartoffeln ernten möchten, können Sie den angehäufelten Erdhügel an einer Seite vorsichtig aufgraben. Anschließend entnehmen Sie ganz vorsichtig nur die größeren Knollen. Die kleinen Knollen lassen Sie in Ruhe. Diese wachsen bis zu nächsten Ernte weiter.

Was kommt nach der Frühkartoffeln ins Beet

Sobald die Frühkartoffel geerntet wurde kann man das Beet gleich wieder neu bepflanzen. Zwar sind Frühkartoffeln starkzehrer, doch sie bleiben nur sehr kurz im Boden. Das bedeutet für die nachfolgenden Pflanzen sind noch ausreichend Nährstoffe im Boden. Sie können nach den Kartoffeln andere Starkzehrer oder Mittelzehrer pflanzen.

Da es noch früh im Jahr ist und bis zur Ernte der meisten anderen Pflanzen im Herbst noch zeit hat, sollten Sie die Brachfläche auf jeden Fall nutzen. Es empfiehlt sich Kohlrabi, Mangold, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing oder andere Kohlsorten um die Kartoffel abzulösen.

Kleiner Tipp: Sie sollten dort keine Tomaten oder Paprika pflanzen. Diese Pflanzen gehören wie die Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen. In der Fruchfolge beim professionellen Anbau sollte man allerdings darauf achten, dass man bei der Nachfolgebepflanzung die eigene Familie ausschließt.

Kleine Übersicht der frühen Kartoffeln:

Im folgenden möchten wir euch eine kleine Übersicht über verschiedene Frühkartoffeln machen.

Vorwiegend festkochend sind unter anderem die Kartoffelsorten:

  • „Agata“ (Diese Sorte zeichnet sich durch einen hohen Ertrag aus)
  • „Amalia“
  • „Rosara“ (Eine wunderbare rotschalige Kartoffel.)
  • „Christa“
  • „Karat“
  • „Hela“
  • „Gloria“ (Die Sorte „Gloria“ gilt bei Feinschmeckern als sehr aromatisch.)
  • „Anabelle“
  • „Friesländer“
  • „Glorietta“
  • „Astoria“ („Astoria“ zeichnet sich durch ein intensives gelbes Fruchtfleisch aus.)
  • „Sieglinde“ (Die Sorte „Sieglinge“ ist hervorragend als Ofenkartoffel geeignet.)
  • „Princess“ („Princess“ ist die Kartoffelsorte für den Ökoanbau.)
  • „Ukama“

Die folgenden Sorten sind vorwiegend mehlig kochend:

  • „Augusta“ (Diese Sorte zeichnet sich durch einen hohen Ertrag aus,)
  • „Karlena“ („Karlena“ gilt als sehr robust.)
  • „Margit“

Kauf von Pflanzkartoffeln

Beim Kauf von Pflanzkartoffeln sollten Sie auf hohe Qualität achten. Allerdings müssen Sie nicht immer Pflanzkartoffeln kaufen. Sie können auch „normale“ Kartoffeln verwenden, wenn Sie feststellen, dass diese Keimen. Achten Sie dann aber darauf, dass Sie unbehandelte Kartoffeln gekauft haben.

Natürlich können Sie auch aus Ihrer Ernte Kartoffeln zurückhalten. Die zurückgehaltenen Kartoffeln können Sie im nächsten Zyklus als Pflanzkartoffel verwenden.

Achten Sie aber darauf, dass Sie regelmäßig Ihren Bestand verjüngen. Andernfalls sind die Ausbeute bei der Ernte langfristig. Ein guter Verjüngungszeitraum sind drei Jahre. Das bedeutet alle drei Jahre sollten Sie frisches Pflanzmaterial / Pflanzknollen kaufen und diese zu Ihren bestehenden Knollen dazu pflanzen.

Speise und Pflanzkartoffeln können Sie selbstverständlich direkt bei uns erwerben. Sprechen Sie uns gerne darauf an.

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