Die seltensten Erdbeersorten Teil 2

Willkommen zu einer weiteren spannenden Etappe unserer bezaubernden Serie “Die seltensten Erdbeersorten”. In dieser fesselnden Fortsetzung entführen wir Sie erneut in die zauberhafte Welt der Erdbeeren – jedoch nicht zu den gewöhnlichen Varianten, die man im Supermarkt findet, sondern zu den wahren Juwelen der Erdbeerwelt. Diese außergewöhnlichen Sorten laden dazu ein, die Grenzen des Bekannten zu überschreiten und sich von ihrer Einzigartigkeit verzaubern zu lassen.

Verborgene Schätze: Eine Reise zu den seltensten Erdbeersorten der Welt

Auf dieser kulinarischen Reise nehmen wir Sie mit auf eine Erkundungstour durch die Geschmackslandschaften, Aromen und Farben dieser besonderen Erdbeersorten. Tauchen Sie ein in die faszinierende Historie hinter jeder Frucht und erfahren Sie, wie passionierte Obstzüchter aus verschiedenen Ländern im Laufe der Jahre wahre Meisterwerke der Natur gezüchtet haben. Diese alten und seltenen Erdbeersorten erzählen Geschichten von Hingabe, Forschung und der Kunst des Anbaus.

Doch diese Sorten sind nicht nur faszinierende Kuriositäten – sie vermitteln auch eine wichtige Botschaft über die Vielfalt und den Erhalt natürlicher Ressourcen in der Landwirtschaft. Während moderne landwirtschaftliche Methoden oft auf Effizienz und industrielle Produktion setzen, sind diese alten Sorten lebendige Erinnerungen daran, wie wichtig es ist, die biologische Vielfalt zu schützen und zu fördern.

Begleiten Sie uns auf dieser aufregenden Entdeckungsreise zu den kulinarischen Schätzen vergangener Zeiten. Trotz der Herausforderungen durch sich verändernde Umweltbedingungen und modernen Trends haben diese einzigartigen Erdbeersorten ihren Platz auf unseren Tellern behauptet. Lassen Sie sich von der Faszination und dem Genuss inspirieren, den diese Sorten bieten.

In einer Welt, in der die industrielle Landwirtschaft oft die Oberhand gewinnt, sind diese seltenen Erdbeersorten wertvolle Botschafter für die Bedeutung des traditionellen Anbaus, der Vielfalt und des Respekts vor der Natur. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns in die fesselnde Welt der seltenen Erdbeersorten einzutauchen und sich von ihrer Einzigartigkeit verzaubern zu lassen. Viel Vergnügen beim Lesen!

Erdbeere Wunder von Köthen

Das Wunder von Köthen ist eine uralte Erdbeersorte, die 1870 vom deutschen Obstzüchter Gottlieb Goeschke gezüchtet wurde. Für diese Sorte wurden zum Teil astronomische Preise gezahlt, vergleichbar mit den Tulpen in Holland. Sie zeichnet sich durch ihr dunkelrotes Fruchtfleisch aus. Daher wird sie auch gerne Bluterdbeere genannt. Das Schöne an dieser Sorte: Auch beim Kochen bleibt sie dunkelrot.

Erdbeere Direktor Paul Wallbaum

Die Sorte „Direktor Paul Wallbaum“ wurde in Hannover im Jahre 1953 vom Garteninspektor Thiele gezüchtet. Sie ist eine Kreuzung aus Mieze Schindler und der Sorte Georg Soltwedel. Die Früchte sind mittelgroß, dunkelpupurrpot und sind sehr geschmacksintensiv. Geschmacklich ist diese Sorte mit den industriellen Sorten nicht vergleichbar. Sie hat sehr wenig Säure. Wie die Sorte Mieze Schindler hat diese Sorte nur weibliche Blüten. Daher ist eine Bestäubersorte notwendig. Sie reift recht spät im Juni-Juli. Allergiker schätzen diese Sorte, da die Sorte recht gut vertragen wird.

Erdbeere Petrina

Die Erdbeere Petrina zeichnet sich durch sehr dunkle, wohlschmeckende Früchte aus. Sie gilt als frühe Sorte und ist sehr robust.

Erdbeere Osterfee

Die Erdbeersorte Osterfee wurde von Franz Goeschke aus Köthen gezüchtet. In den Handel kam sie 1917. Die Früchte sind mittelgroß und Feinschmecker schätzen sie wegen ihres sehr feinen Geschmackes.

Erdbeere Oberschlesien

Eine alte Sorte, die um 1919 gezüchtet wurde und über viele Jahre zu den Hauptsorten in Deutschland und Österreich zählte. Verdrängt wurde sie durch diverse Neuzüchtungen. Sie hat eine späte Reifezeit und reift im Juli. Geschmacklich zählt sie zu den „Oberfliegern“.

Tschechische Riesenerdbeere Gigantus

Die Riesenerdbeere Gigantus kommt aus der Tschechei und wird dort auch Elefantenerdbeere genannt. Diese Sorte ist eine relativ frühe Sorte, die sich nicht nur durch große Früchte, sondern auch große Blätter auszeichnet. Die Erdbeeren sind so groß wie eine Kinderhand. Diese Sorte ist auch die Basis für die heute als Erdbeere „Giant“ bekannte Sorte. Die Erdbeere hat ein festes Fruchtfleisch und einen feinen Geschmack. Die Erntezeit erstreckt sich von Juni bis in den September.

Walderdbeere Waldfee

Eine Walderbeere, die riesige Ausmaße annehmen kann. Ihre sehr dunklen Früchte sind riesig für eine Walderdbeere. Die Erdbeere wächst buschig und bildet viele Ausläufer. Das Aroma entspricht dem einer Walderdbeere, sehr lecker.

Erdbeere Royal Souvereign

Eine sehr seltene englische Erdbeersorte. Gezüchtet wurde sie 1892. Die Früchte sind schlank und leicht spitzkegelig. Das Aroma ist besonders und hat einen leichten melonenartigen Ansatz.

Cambridge Favorite

Die Sorte Cambridge Favorite ist eine ganz besondere Sorte. Ihre Früchte zeichnen sich durch eine rot-orangene Färbung aus. Gezüchtet wurde die Sorte 1947 in Großbritannien. Die Früchte gelten als angenehm süß. Sie ist sehr robust und reich tragend. Sie kommt auch in schlechtem Boden und bei kaltem Wetter zurecht. Sie ist eine der beliebtesten Sorten im Vereinigten Königreich.

Russische Teppicherdbeere

Die Russische Teppicherdbeere ist eine immer tragende Monatserdbeere. Sie bildet sehr dichte Teppiche und eignet sich ideal dazu, um sie unter Bäumen verwildern zu lassen. Die Früchte gelten als hocharomatisch.

Erdbeere Russe Gigant

Eine Riesen-Erdbeere, die aus Russland kommt. Sie zeichnet sich durch sehr große Früchte aus. Die Pflanzen sind sehr robust. Geschmacklich gilt die Sorte aus ausgezeichnet.

Erdbeere Capron Royale

Die Sorte Capron Royale stammt aus Frankreich und ist eine sehr alte Sorte aus dem Jahre 1766. Es handelt sich um eine Moschuserdbeere. Sie ist selbstbefruchtend und benötigt keine anderen Befruchter in ihrer Nähe. Allerdings kann ein männlicher Befruchter in der Nähe die Menge an Früchten deutlich erhöhen. Die Früchte sind relativ groß und hellrosa. Auch nach der Reife bleiben die Früchte hellrosa und verfärben sich nicht. Das Fruchtfleisch ist weiß. Das Aroma kommt erst bei voller Reife zur Geltung und wird von Feinschmeckern geschätzt. Die Pflanze bildet Ausläufer und eignet sich als Bodendecker. Nachteil dabei, der Fruchtertrag sinkt.

Deutsche Gewürzerdbeere

Die Deutsche Gewürzerdbeere wurde um 1925 zusammen mit der Sorte Mieze Schindler gezüchtet. Gelangte aber nie in den Handel. Von Dresden-Pillnitz gelangten einige nach Breslau und Stettin, wo sie seit fast 100 Jahren angebaut werden und überleben konnten. Die Sorte ist ähnlich der Mieze Schindler, aber ihre Früchte gelten gemeinhin als geschmacklich besser. Die Früchte sind dunkelrot und benötigt eine andere Sorte zur Bestäubung.

Erdbeere aus Dreistetten

Diese Sorte wird seit etwa 60 Jahren in Dreistätten im schönen Österreich angebaut. Es ist eine späte Sorte mit ungewöhnlichem Aroma. Die Früchte sind dunkelrot.

Dufterdbeere aus Lothringen

Eine absolute Rarität unter den Moschuserdbeeren. Die Früchte haben einen einmaligen lieblichen Duft und der Geschmack eine gewisse Würze. Die Sorte ist selbstbefruchtend. Egal ob roh oder verarbeitet, die Sorte ist ein unvergleichliches Erlebnis mit außergewöhnlichem Geschmack. Die Früchte sind mittelgroß und rot, bei Vollreife dunkelrot. Die Ernte beginnt Ende Juni bis in den August. Die Sorte bildet Ranken, wird aber kaum höher als 25 cm. Sie eignet sich ideal als dichter Teppich. Die Sorte verträgt halbschatten und Sonne.

Erdbeere Florika

Die Sorte Florika ist eine bodendeckende Walderdbeere, die viele Ausläufer bildet. Sie zeichnet sich durch einen hocharomatischen und köstlichen Geschmack aus. Die Früchte sind verhältnismäßig groß. Diese Sorte trägt die Früchte hoch über dem Laub. Sie bringt über Jahre eine gute Ausbeute an mittelgroßen Erdbeeren.

Erdbeere Georg Soltwedel

Die Erdbeersorte Georg Soltwedel hat einzigartig große Früchte. Gezüchtet wurde diese Sorte vom Züchter Georg Soltwedel im Jahr 1941. Sie war bereits recht früh eine hochgelobte Sorte, die für Ihre aromatischen und süßen Früchte bekannt und geschätzt wurde. Die Kelchblätter dieser Sorte sind stark geschlitzt und sehen der Petersilie nicht unähnlich aus.

Erdbeere Huxley

Eine alte Erdbeersorte, die in Großbritannien vor 1950 angebaut wurde. Die Früchte sind fast rund und sehr aromatisch vom Geschmack.

Erdbeere Rosa

Eine wunderschöne in Rosa blühende Erdbeere aus der Tschechei, die sich durch große, aromatische Früchte auszeichnet. Sie gehört leider zu den vielen Sorten, über die nichts Weiteres benannt ist.

Erdbeere Rosalie

Eine sehr seltene Monatserdbeere mit rosafarbigen Früchte. Sie ist ein sogenannter Dauerträger und kann Früchte bis in den November tragen, vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Erdbeere Marie France

Eine französische Erdbeersorte mit großen Früchten, die fast sogar die riesigen Früchte der Madame Moutot überragen. Die Sorte hat einen angenehmen Geschmack. Gezüchtet wurde sie 1955.

Erdbeere Havelland

Diese Sorte „Havelland“ wurde 1971 im Institut für Obstforschung in Dreden Pillnitz gezüchtet. Sie ist eine der besten Frühsorten mit sehr großen Früchten. Geschmacklich gilt sie als mild und angenehm. Die Pflanze ist sehr robust und unempfindlich gegen Nässe und schlechter Witterung.

Erdbeere Herzbergs Triumph

Die Sorte „Herzbergs Triumph“ ist eine immertragende Sorte aus dem Jahre 1949. Sie trägt Ihre Früchte den ganzen Sommer über bis in den Spätherbst. Sie zeichnet sich durch ihren wohligen, süßen Geschmack aus. Die Sorte „Mieze Schindler“ ist ihre Mutter. Wie alle Abkömmlinge der Sorte „Mieze Schindler“ hat auch diese Sorte den einzigartigen Aromastoff.

Erdbeere “Rote Karlsbaderin”

Die „Rote Karlsbaderin“ ist eine immer tragende Sorte, die sich durch Ihre schöne rote Blüte auszeichnet. Die Früchte sind mittelgroß und zeichnen sich durch ihre schöne rote Färbung aus. Diese Sorte träge von Juni bis zum Frost. Bereits nach kurzer Zeit bilden sich Ausläufer. Durch Ihre 10 cm Höhe eignen sie sich ideal zu Verwilderung unter Bäumen.

Moschuserdbeere Rote Laterne

Die Moschuserdbeere „Rote Laterne“ hat eine ganz interessante Geschichte, die zu Ihrer Entdeckung führte.
Gefunden wurde diese Sorte im Rotlichtviertel der Stadt österreichischen Stadt Graz. Daher kommt ihr prägnanter Name „Rote Laterne“. Sie ist reich tragend. Viele sagen, dass sie unter den Moschuserdbeeren die Sorte ist, die am meisten trägt. Im Frühjahr beginnt sie mit der Bildung von Unmengen an Blüten, welche zu schönen hellroten Früchten werden, die teilweise hellere Stellen haben. Besonders ungewöhnlich an dieser Sorte sind die verschiedenen Fruchtformen – von rund bis länglich. Eine weitere außergewöhnliche Eigenschaft ist das Fehlen des Glanzes der Früchte, stattdessen sind die Früchte mit einem leichten Pelz überzogen, fast wie bei einer Aprikose. Der Geschmack gilt als einzigartig.

Himalayaerdbeere

Die Himalayaerdbeere ist eine ganz seltene und besondere Erdbeere. Die Sorte kommt aus dem Himalaya, insbesondere aus der Gegend um Tibet. Man findet sie in Höhenlagen von 2400 m bis 3200 m über dem Meeresspiegel. Diese Sorte ist eine kleinfruchtige Wildsorte. Die Früchte sind sehr aromatisch. Die Himalayaerdbeere eignet sich hervorragend zur Verwilderung und bildet dabei einen schönen Teppich. Ein idealer Bodendecker. In der Region um den Himalaya wird die Sorte selbst nicht kultiviert, sondern nur wild gesammelt und dann auf dem Markt als Delikatesse verkauft. Feinschmecker nehmen jährlich den beschwerlichen Weg auf sich, um diese erlesene Sorte zu probieren.

Rotblühende Hängeerdbeere

Die rotblühende Hängeerdbeere ist, wie der Name schon sagt, eine rotblühende Hängeerdbeere mit wunderschönen roten Blüten. Die Sorte ist immer tragend und trägt vom Sommer an bis zum Frostbeginnt. Die Früchte sind mittelgroß und äußert aromatisch. Diese Hängeerdbeere ist sehr robust und ertragreich. Sie eignet sich hervorragend im Kübel oder als Ampel, sodass über einen langen Zeitraum, z. B. auf dem Balkon, leckere Früchte geerntet werden können.

Weißblühende Hängeerdbeere

Die weißblühende Hängeerdbeere ist eine immertragende Erdbeersorte mit weißen Blüten. Die Sorte blüht vom Sommer an bis zum Frost beginn. Über einen langen Zeitraum können leckere Früchte geerntet werden. Sie eignet sich ideal für die Bepflanzung von Kübeln und Hänger, z. B. auf dem Balkon. Die Pflanzen sind robust und haben einen hohen Ertrag. Die Früchte sind mittelgroß und haben ein sehr leckeres Aroma.

Nachwort

Erdbeeren zählen zu den wunderbarsten und beliebtesten Früchte auf der ganzen Welt. Verarbeitet in vielen Gerichten, Vorspeisen, Desserts, Kuchen, Eis und viel, viel mehr.

Besonders die alten und seltenen Erdbeersorten eignen sich hervorragend dazu. Sie schmecken je nach Sorte vollmundig, süß, saftig, säuerlich und ermöglichen es wunderbare Kreationen zu erschaffen.

Auch die Industrie hat die Erdbeere für sich entdeckt. Allerdings nur die Erdbeere als Symbol. Wo Erdbeere draufsteht, muss noch lange keine Erdbeere drin sein. So sind Erdbeeren häufig nur als „Fragmente“ in den Produkten. Der Erdbeergeschmack wird mit künstlichen Aromen erzeugt, die selten etwas mit der Erdbeere zu tun haben, teilweise nicht mal nur in die „Nähe“ einer Erdbeere kommen.

Leider führt dies dazu, dass viele alte und selten Erdbeersorten nicht nur aus dem Sichtfeld der Menschen verschwinden, eine fortschreitende Industrialisierung führte auch zum Verschwinden vieler Erdbeersorten in Deutschland und der Welt.

Zum Glück gibt es viele Menschen, seien es Gärtner oder Landwirte, die in ihren Gärtnereien und Felder versuchen, alte Erdbeersorten oder seltene Erdbeersorten möglichst lange zu erhalten.

Auch wir setzen viel dran, möglichst viele seltene und alte Erdbeeren zu kultivieren und damit bei der „Rückeroberung“ auf die deutschen und weltweiten Teller zu helfen.

Der Erhalt der Vielfältigkeit des Lebensmittelangebotes ist ein wichtiger Punkt in der modernen (nicht industriellen) Landwirtschaft.

Der naturbelassene Anbau, die Diversität der Pflanzen, hohe Integration der Umwelt, der Insekten und anderer Pflanzen, sind nicht wirtschaftlich, aber wichtiger als je zu vor.

Auch wenn viele der neuen Erdbeersorten wirtschaftlich und industriell sehr gut verwertbar sind, so sind sie nicht unbedingt die geschmackvollsten und leckersten.

Hinweis

Die Entwicklung der Pflanzen sowie die Erscheinung von Form und Farbe der Früchte könnten abhängig von der Witterung, den Umweltbedingungen und der Anbauweise unterschiedlich ausfallen. Bei ungünstiger Witterung oder unzureichender Pflege gedeihen die Pflanzen und Früchte nicht optimal.

Bitte beachten Sie auch, dass es sich um eine alte Sorte handelt, die nicht auf die gleiche Perfektion gezüchtet wurde wie die modernen Sorten, die Ihnen bekannt sind. Besonders während des Klimawandels könnten sich alte Sorten anders verhalten, als es zu erwarten wäre.

Alte Sorten könnten möglicherweise empfindlicher sein als neuere Züchtungen, die gezielt auf bestimmte Witterungsbedingungen, Schädlingsbefall oder Anbaumethoden abgestimmt wurden.

Hier geht es zum Teil 1 der seltensten Erdbeersorten und hier geht es weiter zum Teil 3 der seltensten Erdbeersorten.