So gestalten Sie Ihren Garten behindertengerecht und barrierefrei

Ihren Garten behindertengerecht und barrierefrei zu gestalten, ist gar nicht so schwer.

Was genau bedeutet barrierefrei? Ist eine der ersten Fragen, die sich einem stellen sollten.

Barrierefreiheit definiert sich wie folgt: Gebäude, öffentliche Plätze, Verkehrsmittel, Arbeitsstätten, Wohnungen, aber auch Gegenstände, Freizeitangebote und Dienstleistungen sollen so gestaltet werden, dass sie für jeden Menschen weitgehend ohne Hilfe von Dritten zugänglich sind.

Was ist ein barrierefreier und behindertengerechten Garten?

Unter barrierefreien und behindertengerechten Garten versteht man einen Garten, wenn ihn jeder Mensch (weitgehend) ohne fremde Hilfe besuchen kann. Dabei sollte es keine Rolle spielen, ob jemand eine Gehhilfe verwendet, im Rollstuhl sitzt oder in sonstiger Weise körperlich eingeschränkt ist.

In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen Schritt für Schritt erklären, wie Sie Ihren Garten weitgehend barrierefrei machen und worauf Sie dabei insbesondere achten sollten.

Barrierefrei ist ein Garten dann, wenn ihn jeder Mensch ohne fremde Hilfe besuchen kann, ganz gleich, ob er im Rollstuhl sitzt, eine Gehhilfe benötigt oder sonst irgendwie körperlich eingeschränkt ist. Wir erklären Ihnen hier Schritt für Schritt, wie Sie einen Garten barrierefrei machen und worauf Sie dabei besonders achten müssen.

Auch im Alter treten körperliche Einschränkungen auf. Dazu finden Sie weiterführende Informationen in unserem Ratgeber zum altersgerechten Garten.

Behindertengerechte Gestaltung – darauf ist zu achten

In einem „normalen“ Garten tun sich für Menschen, die über eine zeitweise oder dauerhafte körperliche Einschränkung leiden zum Teil große Hürden auf.

Beispielsweise kann das sichere Fahren mit einem Rollstuhl zu einer Tortur werden, ebenso das Wenden oder Ausweichen, wenn die Gartenwege zu schmal sind. Ein unebener Weg kann zu einer gefährlichen Stolperfalle werden. In einem zu weichen Rasen oder Boden kann eine Gehhilfe steckenbleiben und zu Stürzen führen.

Jedem sollte bewusst sein, dass ein solcher Garten für körperlich eingeschränkte Menschen oder für Menschen mit einer eingeschränkten Mobilität kein sicherer Ort mehr ist.

Das Resultat einer so schlechten Gartenplanung führt dazu, dass der Garten gemieden wird, egal wie schön Sie ihn herrichten.

Mit einigen wenigen Änderungen und in Abstimmung mit den eingeschränkten Besuchern können Sie sehr schnell den Garten zu dem Ort machen, den er sein sollte. Nicht nur ein Ort der Natur, sondern auch der Entspannung und des Erlebens.

Gartenwege – barrierefrei gestalten

Beginnen wir mit einer der wichtigsten Anforderung für einen barrierefreien Garten, sichere Gartenwege. Sofern niemand zum Garten kommt oder sich in dem Garten sich bewegen kann, bringt alles nichts.

Breite Gartenwege

Die Breite der Gartenwege ist ein wichtiger Punkt. Menschen mit einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe wie beispielsweise einem Rollator, einem Stock oder Krücken brauchen für gewöhnlich mehr Platz, um sich sicher im Garten bewegen zu können.

Rechnen Sie auf gerader Strecke mit einer Mindestbreite von 1,20 Metern.

Scharfe Abzweigungen sollten Sie vermeiden, sie behindern und senken die Mobilität durch komplexes manövrieren.

Ausgedehnte Kurven sind schon besser, hier sollten Sie die Breite auf 1,6 Meter erhöhen. Dies ist wichtig, da der Wendekreis von Rollstühlen meist bei 1,5 Metern liegt.

Rutschfeste Gartenwege

Nachdem Sie die Strecken durch Ihren Garten geplant haben, benötigen Sie einen geeigneten Belag für die Gartenwege. Der Belag sollte rutschfest sein und eine gute Stabilität aufweisen. Dies ist wichtig, da bei Feuchtigkeit z.B. durch die Gartenbewässerung oder Regen der Weg nicht aufweicht oder schlammig wird.

Empfohlen werden Dränsteine (Drainage-Steine), die Wasser durchlassen, aber dennoch die Festigkeit von Steinen bieten. Als Alternative Gewegbeläge sind auch Natursteinpflaster oder Klinker, in Verbindung mit einer Drainage zum Wasserablauf geeignet.

Von losem Wegmaterial wie Kies, Split, Sand und Co sollten Sie Abstand nehmen, da dies keine hohe Festigkeit besitzt. Wenn Sie darauf nicht verzichten wollen, sollten Sie diese maximal an den Weg rändern, in einer Einfassung, verwenden. Aber halten Sie im Hinterkopf, dass sich in Kies oder Sand die Reifen leicht festfahren können.

Ebene Gartenwege

Gartenwegführung ist geplant, Material auch ausgesucht, dann ist es wichtig, dass Sie darauf achten, dass der Gartenweg eben ist. Jede Unebenheit kann für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gefährlich werden.

Dafür ist es wichtig, dass Sie beim Legen des Gartenwegbelages die Ausgleichsschicht sehr genau abziehen. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Gartenwegplatten oder Gartenwegsteine ein identisches Niveau haben.

Achten Sie auch darauf, dass das Spaltmaß zwischen den einzelnen Steinen oder Platten nicht zu groß ist. Wenn Sie zu große Spalten haben, kann sich ein Stock darin verfangen oder die Räder eines Rollstuhls sich darin einklemmen.

Achten Sie darauf, dass der Gartenwegbelag sich immer verändert! Dies ist dadurch begründet, dass der Untergrund des Gartenweges von Natur aus immer in Bewegung ist.

Die Witterung sorgt dafür, dass stumpfe Oberflächen mit der Zeit glatt werden.

Es ist daher essentiell wichtig, dass Sie regelmäßig den Boden checken. Liegen die Platten und Steine noch bündig, abgesunken bzw. haben sich erhöht oder sind glatt geworden?

Falls ja, dann sollten Sie unverzüglich Ausbesserungsarbeiten vornehmen.

Beleuchtete Gartenwege

Eine Beleuchtung ist immer dann wichtig, wenn der Garten auch in der Dunkelheit oder in der Dämmerung verwendet wird. Durch das diffuse Licht der Umgebung oder dem fehlenden Licht können Gartenwege und Beete optisch miteinander verschmelzen. Dies ist für körperlich eingeschränkte Menschen, aber auch für Menschen mit optischen Problemen eine gefährliche Situation.

Um Unfällen vorzubeugen, sollten Sie die Wege am Rand beleuchten. Eine gute Wegbeleuchtung hat drei wichtige Eigenschaften: blendfrei, gleichmäßig und wegweisend.

Bei einer solchen Installation muss zwischen Sicherheit und Energiesparen unterschieden werden. Die Sicherheit sollte stets vorgehen. Allerdings muss man auf das Energiesparen nicht verzichten.

Das bedeutet, Sie sollten Leuchtmittel haben, die steuerbar sind, beispielsweise mittels einer Smart-Home Steuerung. Damit können Sie das Licht dämmen oder verstärken, abhängig von der Dunkelheit aber auch eine Zeitschaltuhr oder Bewegungsmelder verknüpfen.

Bewegungsmelder sollten flächig ausgerichtet werden und möglichst empfindlich sein. Die Zeit, die die Leuchtmittel nach der Aktivierung eines Bewegungsmelders an bleiben, sollte äußerst großzügig sein, aber mindestens so groß, dass man es von einem Bewegunsmelderfeld zum nächsten schafft.

Um das ganze noch möglichst energiesparend zu gestalten, können Sie die Lichtinstallation mit einer Photovoltaik-Anlage koppeln.

Vermeiden Sie Lampen mit Photovoltaik und Bewegungserkennung von chinesischen Anbietern. Diese haben unserer Erfahrung nach nur sehr schlechte Qualität und eine hohe Ausfallrate.

Da hier Sicherheit im Vordergrund steht, achten Sie auf Qualität.

Gartenwege – Unkraut muss weg

Unkraut, dass zwischen den Gartenwegplatten oder Gartenwegsteinen herauskommt, kann für mobil eingeschränkte oder körperlich eingeschränkte Menschen ein großes Problem werden. Beispielsweise kann es sich verheddern und den Menschen zu Fall bringen oder die Reifen blockieren. Auch Moos oder Laub sind sehr gefährlich, da sie bei einer nassen Witterung glatt und glitschig werden.

Reinigen Sie regelmäßig die Platten, Steine und die Fugen!

Eine weitere Gefahr geht von Ästen und Wurzeln angrenzender Pflanzen aus. Diese können entweder auf den Weg herausragen oder den Weg von unten anheben!

Stufenlosigkeit

Stufen sind für Menschen mit körperlichen und mobilen Einschränkungen ein sehr großes Hindernis. Statt Stufen sollten Sie auf Rampen setzen. Falls Sie Stufen benötigen, sollten Sie diese immer zusammen mit Rampen planen. Achten Sie auch darauf, dass Sie an Rampen und Stufen Handläufe montieren.

Wenn Sie besonders hohe Höhenunterschiede überbrücken müssen, dann planen Sie keine steile Treppe oder Rampe von unten nach oben, sondern arbeiten Sie mit Abschnitten. Zwischen zwei Rampen oder Stufenabschnitten befindet sich ein planer Abschnitt, der zur Erholung dient. Dort sollten Sie auch eine Sitzgelegenheit einplanen.

Achten Sie darauf, dass die Stufenabschnitte oder Rampenabschnitte nicht zu große sind. Weniger ist mehr.

Gärtnern – barrierefrei

Im vorherigen Abschnitt haben wir uns damit befasst, wie körperlich und mobil eingeschränkte Menschen von Punkt A nach Punkt B kommen. Nun beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir das Gärtnern im Garten auch allen Menschen ermöglichen können.

Beetgetaltung

Die Gestaltung der Beete ist essentiell, denn ohne Beete, kein Gärtnern. Hier muss im Einzelfall auf die Art der Beschränkung Rücksicht genommen werden und verschiedene Methoden je nach Beschränkung angewendet werden.

Gestalten Sie Ihren Garten rückenschonend, wenn wie hoch sollen die Beete sein, knie hoch, Hüfthoch, noch höher? Für Rollstuhlfahrer einen sich unterfahrbar konstruierte Hochbeete.

Wässerung

Die Bewässerung des Gartens stellt ein kleines, aber überwindbares Hindernis dar, wenn es gut geplant ist. Für jemanden, der körperlich eingeschränkt ist, ist jeder Liter Wasser eine zusätzliche Last von einem Kilogramm. Wer nicht sicher gehen kann, nicht kräftig oder beweglich genug ist, für den ist es gefährlich zusätzliches Gewicht durch den Garten herumzuschleppen.

Planen Sie daher vorab viele Wasserabnahmestellen ein. Für die Flächenbewässerung verwenden Sie ein Gartenbewässerungssystem. Dieses können Sie mit einem Smart-Home-System automatisieren. Wir haben Ihnen im Artikel Smarte Gartenbewässerung mit dem Raspberry Pi vorgestellt, wie Sie eine smarte Gartenbewässerung auch leicht selber machen können. Das Gartenbewässerungssystem sollten Sie so takten, dass es automatisch den Garten wässert, allerdings nur dann, wenn der Garten nicht benutzt wird.

Fall Sie keine Wasserabnahmestellen oder eine Automatisierung einplanen können, sollten Sie an vielen Stellen Regentonnen mit einer Zapffunktion aufstellen.

Bei der Bewässerung des Gartens ist es unausweichlich, dass auch die Wege nass werden. Während der Garten genutzt wird, sollten Sie allerdings eher darauf achten, dass die Wege trocken bleiben.

Aufbewahrung

Gartengeräte, Werkzeuge und Gartenbedarf wie Erde, Dünger und Co sollten gut und sicher aufbewahrt werden. Oftmals macht es auch Sinn an verschiedenen Stellen redundante Gerätschaften und Zubehör zu deponieren, um den beschwerlichen Weg von Punkt A nach Punkt B und wieder zurück zu Punkt A zu minimieren. An den Hochbeeten sollte daher immer ein kleiner sicherer Ablagebereich mit redundanten Werkzeugen und Zubehör eingeplant werden.

Alternativ bieten sich auf Werkzeugtaschen oder Werkzeuggürtel an. So haben Sie zumindest die kleineren Geräte immer da, wo Sie sie brauchen.

Für größere Dinge wie große Säcke Erde, Saatgut oder Harke und Schaufel sollten Sie auf einen Schuppen zurückgreifen. Dieser sollte zentral gelegen sein, um die Laufwege zu minimieren.

Gartengeräte

Bei der Wahl der Gartengeräte empfiehlt sich auf ergonomische Geräte zurückzugreifen, die so geformt sind, dass Sie leicht und sicher in der Hand liegen. Teleskopstöcke helfen die Gartengeräte auch auf unterschiedlichen Höhen zu verwenden. Beispielsweise beim Jäten von Unkraut, beim Harken, Graben oder Schneiden.

Erholungsplatz

Nicht zu unterschätzen ist ein sonnengeschützter und witterungsgeschützter Platz, an dem sich die Menschen erholen und den Ausblick in den Garten genießen können. Dazu ein schöner Tisch, ein paar Stühle, ein Pavillon und Sie haben einen herrlichen Platz, an dem Sie nachmittags eine Tasse Kaffee mit Freunden trinken können.

Dieser Platz sollte ebenso fest und rutschfrei wie die Wege sein. Am besten in Verbindung mit einer Gartenhütte, die zum Beispiel eine Toilette, einen Kühlschrank oder andere Annehmlichkeiten beinhaltet. Achten Sie hier auf die Türschwelle. Diese kann häufig ein Hindernis darstellen. Es empfiehlt sich auf eine ebenerdige Türe zu setzen oder eine Rampenkonstruktion, sondern es nicht anders möglich ist.

Bei einer großen Gartenanlage sollten Sie kleinere Erholungsplätze einplanen, mit Bänken.

Auch einen Pool können Sie in Ihrem Garten platzieren. Mittlerweile gibt es viele barrierefreie Lösungen auf dem Markt. Der Pool sollte rundherum abgesichert sein und der Einstieg wie Ausstieg sicher und barrierefrei gestaltet werden.

Pflanzenauswahl

Der Pflanzenauswahl sind quasi keine Grenzen gesetzt. Zu Erleichterung der Arbeit empfehlen sich allerdings mehrjährige statt einjährige Pflanzen. Statt schnell und hoch wachsende Gehölze, Bäume und Sträucher sollten Sie auf niedrig und langsam wachsende Versionen setzen.

Teich

Sie möchten einen Teich? Kein Problem. Es gibt Möglichkeiten für eingelassene Teiche, aber auch sogenannte Hochteiche, den Sie im Sitzen bewirtschaften können.

Fazit

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie Sie einen Garten behindertengerecht machen können. Einiges können Sie, Freunde oder Bekannte selbst machen. Für anderes ist unter Umständen eine professionelle Gartenplanung oder Beratung notwendig.

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