Ratgeber: Kletterpflanzen

Kletterpflanzen sind wie der Name schon sagt, kletternde Pflanzen. Sie eignen sich zur Verzierung von Mauern, Balkonen, Häuser, Terrassen, Toren und vieles mehr. Der geschickte Einsatz von Kletterpflanzen schafft Lebendingkeit an sonst toten Wänden und Objekten. Stellen Sie sich vor Sie durchschreiten ein Tor umrankt mit wunderschönen Blüten, setzen auf eine Bank an der Nebenan leckere Weintrauben wachsen. Eine wunderschöne grüne Oase, die nicht nur uns Menschen, sondern auch den Tieren gut tut. Es gibt wie bei anderen Pflanzen auch, unzählige Varianten bei den Kletterpflanzen. Von selbstkimmenden Pflanzen, Pflanzen mit Haftwurzeln oder Saugnäpfen bis hin zu anderen Rankorganen. Einige können von selbst klettern, anderen „Ranker“ oder „Schlinger“ benötigen dagegen eine Rankhilfe.

Standort

Kletterpflanzen mit ihrem unendlichen Variantenreichtum lieben die unterschiedlichsten Standorte, je nach Sorte. Von sonnig über halbschattig bis schattig, ist für jeden Anwendungsfall etwas dabei.

Nahezu jede Kletterpflanze liebt einen humusreichen Boden. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Abneigung von Staunässe und Trockenheit. Weder darf eine Kletterpflanze zu nass noch zu trocken sein. Das bedeutet, dass sie im Sommer zwar reichlich Wasser benötigt, dieses aber abfließen können muss. Kletterpflanzen benötigen zudem einen gewissen Schutz vor dem Wind.

Der Wurzelraum einiger Kletterpflanzen z.B. der Clematis liebt Schatten und benötigt daher am besten eine Unterpflanzung mit Stauden und Bodendeckern. Wer das nicht möchte, kann den Wurzelbereich auch anderweitig abdecken, empfohlen werden z.B. Tonscherben. Tonscherben sind dekorativ und spenden Schatten. Ideal falls Sie einen mediteranischen Garten möchten mit einem Hauch vom alten Griechenland oder alten Rom.

Kletterpflanzen können auch problemlos in Kübeln auf dem Balkon oder der Terrasse gepflanzt werden. Achten Sie dabei auf die richtige Rankhilfe, damit die Kletterpflanzen „klettern“ kann. Bei der geschickten Platzierung von in Kübel gesetzter Kletterpflanzen, können Sie diese vor Wänden stellen als Schutz vor Außenfeuchtigkeit durch Regen oder Luftfeuchtigkeit. Das dichte Laub schützt effektiv nicht nur vor der vorgenannten Feuchtigkeit sondern bietet auch Schutz vor starker Sonneneinstrahlung und hält die Wand „kühl“.

Pflanzzeit

Die beste Pflanzzeit für Kletterpflanzen oder Schlingpflanzen ist zwischen März und Mai oder im Oktober. Auch außerhalb dieser Zeiten können Kletterpflanzen gepflanzt werden, Voraussetzung ist die Frostfreiheit.

Die beliebte Clematis wird gerne im September gepflanzt.

Wenn Sie eine Kletterpflanze im Topf oder Container pflanzen möchten, können Sie diese fast ganzjährig pflanzen.

Pflanzung

Bevor Sie mit der Pflanzung beginnen, sollten Sie ermitteln welche Wuchseigenschaften Ihre erworbene Kletterpflanze hat. Ist sie ein Selbstklimmer, ein Ranker, ein Spreizklimmer, eine Hängepflanze, ein Schlinger oder ein Blattstielranker?

Je nach Wuchsart benötigt die Pflanze eine dazu passende Rankhilfe. Ausgenommen Selbstklimmer und Hängepflanzen. Selbstklimmer benötigen einen guten Untergrund auf dem Sie „klettern“ können. Wenn Sie einen Selbstklimmer an einer Fassade „klettern“ lassen möchten, so achten Sie darauf, dass die Fassade intakt ist. Ansonsten können die Haftwurzeln einen nicht unerheblichen Schaden verursachen.

Bei der Pflanzung sollten Sie das Pflanzloch mit Pflanzerde aufbereiten. Das Pflanzloch sollte mindestens fünf Zentimeter größer als der Wurzelballen sein. Die Pflanzen setzen Sie so tief in das Pflanzlich wie sie vorher im Topf war. Das Pflanzloch füllen Sie mit Erde auf und drücken es vorsichtig aber feste an. Anschließend gießen Sie die Pflanze. Es empfiehlt sich einen Gießring anzulegen, damit Sie gezielt die Wurzeln angießen.

Wenn Ihre Kletterpflanze bereits Triebe besitzt, werden diese weit ausgebreitet. Längere Triebe werden mit einem Abstand von etwa 30cm an die Kletterhilfe mittels einer Hohlschnur angebracht. Da der Wurzelbereich der Kletterpflanzen empfindlich für sonne ist, sollten Sie den Wurzelfuß der Kletterpflanzen vor der Sonne schützen z.B. mittels einer Unterpflanzung mit Bodendeckern oder Stauden. Falls das nicht möglich ist, können Sie vorsichtig Tonscherben auf den Wurzelbereich der Pflanze legen.

Wenn Sie eine Kletterpflanze an einem Gebäude oder einem Baum ranken lassen, achten Sie bitte darauf, dass die Kletterpflanze nicht den Baum schädigt (erwürgt) oder das Gebäude beschädigt. Bestimmte Sorten an Schling- und Kletterpflanzen (z.B. Blauregen) klettern viel und gerne, dabei können Sie z.B. Balken anheben oder Löcher/Risse vergrößern.

Pflege

Bei der Pflege gibt es einiges – je nach Sorte – zu beachten. Wenn Sie Ihre Kletterpflanze an einer Mauer haben, benötigt diese ausreichend Feuchtigkeit. Im zweiten Standjahr (zweites Jahr nach der Pflanzung) sollten Sie Ihre Kletterpflanze im Frühling düngen. Als Düngemittel empfiehlt sich ein Bodenaktivator, den Sie auf die Erde geben und mit etwas frischer Erde einarbeiten. Der Rückschnitt ist entscheidend für die Blütenbildung und den Wuchs der Kletterpflanze. Je nach Pflanzensorte sollte der Rückschnitt im Frühjahr oder im Winter stattfinden. Einige Pflanzen wie der Blauregen benötigt einen radikalen Rückschnitt. Clematis hingegen benötigt einen nicht so extremen Rückschnitt.

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