Gartenarbeiten im November – Der Winter naht

Willkommen im November!

Herbstdekoration, Eicheln, Feldermaus
Copyright: Fledi

Erich Kästner widmete diesem Monat gleich mehrere Gedichte. In seinem Werk „Der November“ beschreibt er den November als etwas dunkles, unheilbringendes. Er schreibt von weinenden Wäldern, sterbenden Farben, grauen Tagen und Trauerflor.
Diese dunkle Gesinnung verstärkt er noch durch Begriffe wie Friedhof, dunkle Tore und (Toten-)Kränze.

Der November gilt als der Monat, in dem die Lebenden die Toten an Allerheiligen bzw. Allerseelen auf den Friedhof besuchen oder sich an diese besinnen. Ein trauriger Monat. Ein besinnlicher Monat. Mit Halloween auch ein grusliger Monat.

Das klingt möglicherweise erst einmal hart und ungemütlich. Natürlich hat es auch sein Wahres. Es ist erwartungsgemäß im November kalt, windig und dunkel. In unserem Artikel möchten wir uns jedoch auch dieses Mal damit beschäftigen, was im November noch möglich ist und uns zu bieten hat, trotz den momentan fortschreitenden natürlichen Widrigkeiten. 🙂

Ernten und Einmachen

Welches Gemüse können wir im November noch ernten?

Im November ist dies unter anderem Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Steckrüben, Wirsing und Rotkohl.

Wie wir im Artikel „Gartenarbeiten im September“ bereits angesprochen haben, gibt es auch Winterkarotten, die nun besonders süß schmecken.

Aus diesem Angebot lassen sich leckere Suppen aber auch Kohlrouladen zubereiten. Beides kann haltbar gemacht und so eingelagert werden. Im Internet finden sich dazu unzählige Anleitungen und Tipps. Hast du bereits ein besonderes Rezept? Teile es gerne in den Kommentaren mit uns 🙂

Können wir im November noch Früchte ernten?

Beim Obst sind wir etwas schmaler aufgestellt. Trotzdem finden sich noch einiges. Unter anderem können wir diesen Monat noch bei den Quitten zugreifen und ebenso finden wir die letzten heimischen Apfelsorten im Angebot. Beispielsweise der Boskoop, welcher sich besonders gut zum Backen oder zur Zubereitung von Apfelmus und Bratäpfeln eignet.

Der Herbst ist in Deutschland auch Kastanienzeit.

Meistens finden sich auf Straßen und Wegen Rosskastanien, aber du kannst auch Esskastanien finden. Die beiden Sorten sollte man gut unterscheiden, denn nur die Esskastanie eignet sich zum Verzehr. Dafür kann mit der Rosskastanie gebastelt werden.

Rosskastanien haben kleinere und nur vereinzelte Stacheln. Esskastanien sehen aus wie Igelchen. Zudem sind Rosskastanien rund während Esskastanien einen abgeflachten Fruchtkörper haben. Solltest du unsicher sein, verwende die gefundenen Kastanien besser zum Basteln als zum Essen.

Gibt es im November noch saisonalen Salat?

Das Angebot ist zwar klein, aber bunt! Grüner Feldsalat, gelber Chicorée und roter Radicchio bringen herbstliche Farben auf den Teller.

Wie bereite ich den Garten auf die Überwinterung vor?

Gräser

In regnerischen Herbstmonaten leiden besonders die nässeempfindlichen Ziergräser.
Sind die Halme getrocknet, solltest du sie nicht zurückschneiden, sondern büschelweise zusammenbinden. So entsteht ein sogenannter «Regenschirmeffekt», der die empfindlichen Wurzeln vor Wasser schützt.

Bäume und Hecken

Abgestorbene Pflanzenteile solltest du abschneiden und empfindliche Bäume mit einem Wintervlies schützen.

Um die Verzweigung von Ästen im nächsten Jahr zu fördern, solltest du bei Hecken die Triebe kräftig kürzen. Auch hier solltest du für empfindliche Sorten auf ein Wintervlies zurückgreifen.

Stauden

Bei Stauden musst du dir wenig Sorgen machen, das sind recht robuste Pflanzen. Du kannst sie einfach mit einer Laubdecke großzügig abdecken.

Vielleicht hast du auch schon von «kaltkeimenden Stauden» gehört. Dies sind Stauden, bei denen das notwendige Hormon, welches als «Startsignal» fungiert, erst durch eine gewisse Kälte aktiviert wird. Beispiele für Kaltkeimer sind unter anderem Primeln, Holunder, Schlüsselblumen, Adonisröschen und Astern.

Möchtest du Samen von Kaltkeimern vermehren, solltest du darauf achten, dass du diese anfangs November in Aufzuchtschalen mit einer feuchten, aber nicht nassen Erd-Sand Mischung als Abdeckung gibst.
Die Schalen bleiben nun für etwa drei Wochen bei Raumtemperatur in der Wohnung. Danach stellst du die Aufzuchtschalen für einige Tage an einen kühleren Ort. Nun ist die Saat so weit abgehärtet, dass du sie bei Temperaturen um -3 bis -4 °C ins Freie stellen und im Februar mit der Aussaat beginnen kannst.

Pflanzzeit im November

Vielleicht etwas unvermutet ist auch der November für eine Vielzahl von Pflanzen eine beliebte und geeignete Pflanzzeit. Wichtig ist, dass kein Bodenfrost vorherrscht, solange kannst du einen Großteil von unempfindlichen Pflanzenarten ohne Bedenken pflanzen.

Dazu zählen unter anderem

  • laubabwerfende Hecken wie z.B. Rotbuchen oder Hainbuchen
  • Stauden
  • wurzelnackte Rosen
  • robuste Ziersträucher wie z.B. Duftjasmin
  • Frühjahrsblüher

Bei der Auswahl der Pflanzen ist die Winterhärte, Frostverträglichkeit und die Winterhärtezone ihrer Region entscheidend.

Pflanztips

Bevor du Pflanzen einpflanzt, solltest du sie mindestens eine Stunde in ein Wasserbad stellen. So können sie sich richtig schön vollsaugen. Du erkennst, dass die Pflanzen ausreichend vollgesogen sind, wenn keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Durch diese Prozedur können die vollen Wurzelballen besser und schneller anwachsen und sich in der neuen Umgebung verwurzeln.

Gartengeräte

Je weiter wir im November fortschreiten, desto mehr sind Boden- und Pflanzarbeiten abgeschlossen. Nun ist der ideale Zeitpunkt, ab dem du dich auch um deine Gartengeräte und Werkzeuge kümmern solltest. Auch diese benötigen Pflege und Wartung, um im nächsten Jahr wieder treue Dienste zu leisten.

Mechanische Geräte solltest du gründlich reinigen. Pflanzenreste, Dreck usw. aus der Mechanik entfernen und danach gut einölen. Holzteile wie Holzgriffe kannst du mit Schleifpapier glattschleifen und danach ebenfalls einölen.

Elektronische oder Benzingetriebene Geräte sind aufwändiger in der Reinigung. Teile wie Luftfilter müssen gereinigt oder ausgetauscht werden. Öl gewechselt und Klingen ggf. nachgeschliffen werden. Die Elektronik bzw. der Motor sollte ebenfalls geprüft werden. Bist du bei diesen Arbeiten unsicher, nimmst du am besten die Dienste einer Fachwerkstatt in Anspruch.

Zur Lagerung empfiehlt sich ein frostfreies und trockenes Gartenhaus oder ein Schuppen bzw. Keller.

WICHTIG: Vergiss nicht den Wasserhahn abzusperren und davor alle Schläuche komplett leer laufen zu lassen. Tust du dies nicht, kann es zu einem unangenehmen Rohrbruch kommen.

Weiteres findet sich im Artikel „Der Garten im November – Das ist zu tun“.

Fauna – was kann ich im November noch für Wildtiere tun?

Vielleicht stellt sich dir auch im November die Frage „Was kann ich nun im Garten für die Tiere tun?“

Im Artikel „Gartenarbeiten im September“ sind wir bereits auf Igelbehausungen eingegangen. Igel schlafen in der Regel bis Anfang April. Dazu haben sie sich im Herbst eine Fettschicht angefressen.

Im Folgenden möchten wir auf weitere Tiere eingehen, die bei uns heimisch sind.

Eichhörnchen

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Dies bedeutet, sie schlafen zwar viel, aber wachen zwischendurch auf und begeben sich zu ihren Futtervorratsstellen, die sie im Herbst angelegt haben. Dazu wurden Nüsse, Eicheln und Bucheckern gesammelt und vergraben. Diese Verstecke finden Eichhörnchen gewöhnlich auch unter einer Schneedecke wieder. Alles, was über den Winter vergessen oder nicht benötigt wird, trägt zur Verbreitung und Aussaat von Bäumen bei.

Fledermäuse

Während die meisten Tiere im Herbst damit beschäftigt waren, sich entweder eine Fettschicht anzufressen oder Vorräte anzulegen, haben Fledermausweibchen sich mit so vielen Männchen gepaart, wie sie finden konnten. Über den Winter tragen sie das Sperma in ihrem Körper und befruchten sich im Frühling selbst, um ihre Jungen aufzuziehen.

Bis es so weit ist halten Fledermäuse Winterschlaf, bzw. eher eine «Winterlethargie», denn die Fledermäuse registrieren alles was in ihrer Umgebung passiert. Der Herzschlag fällt dabei jedoch von ungefähr 600 Schlägen pro Minute auf nur 10 Schläge ab und auch die Atemfrequenz geht stark zurück. Während dieser Zeit ist somit der Stoffwechsel fast ausgeschaltet und die Fledermäuse leben von ihren Fettreserven.

Wildvögel

Sachgemäße und maßvolle(!) Zufütterung in Zeiten von Nahrungsmangel kann sinnvoll sein. Aber: Außer bei Dauerfrost und langen Schneeperioden ist dies aus biologischer Sicht nicht unbedingt notwendig.

Vorsicht Meisenknödel! Studien aus Deutschland und England haben ergeben, dass stark fetthaltiges Futter wie Meisenknödel den Bruterfolg von Meisen deutlich reduzieren und zu Unfruchtbarkeit führen können.

Wenn du aufs Zufüttern von Vögeln nicht verzichten möchtest, wird empfohlen, Mischungen auszuwählen, die ganz oder größtenteils aus Sonnenblumenkernen und Hanfsamen bestehen.

Die wenigsten Tiere benötigen also unsere Hilfe im Winter durch Zufütterung. Trotzdem kannst du die derzeit überall herumliegenden Eicheln, Kastanien, Bucheckern usw. sammeln und über den Winter hinweg an geschützten Orten beispielsweise den Eichhörnchen anbieten.

Ab in den Wald

So düster der November wie im Gedicht von Erich Kästner auch tatsächlich manchmal daherkommen mag, gibt es doch Möglichkeiten es sich gemütlicher zu machen.

Vielleicht hast du dir zum Herbstanfang bereits die Frage gestellt, «was kann ich im Wald sammeln um zu Basteln?». Je früher es draußen dunkel wird, desto eher ergibt sich die Möglichkeit und unter Umständen Notwendigkeit nach Beschäftigungsmöglichkeiten zu suchen, die man in der warmen Stube ausüben kann.

Der Wald bietet derzeit ein reichhaltiges Angebot von Bastelmaterialien. Aber Moment einmal! Was darf man überhaupt aus einem Wald mitnehmen?

Grundsätzlich gilt: Alles, was du im Wald findest, gehört dem oder der Besitzer oder der Besitzerin des Waldes. Strenggenommen wäre also das unerlaubte Mitnehmen eines Astes Diebstahl.

Wäre da nicht die sogenannte Handstraussregelung.

Die Handstraussregel besagt:

Jeder darf (…) wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.

Bundesnaturschutzgesetz, § 39 Absatz 3

Entscheidend sind die Worte„geringe Mengen“ und „persönlichen Bedarf“. Für unsere Bastelprojekte mit Waldmaterialien müssen wir uns also keine Sorgen machen und dürfen uns bedienen.

Aus bunten Laubblättern beispielsweise lassen sich mit etwas Faden bunte Fenster Mobiles herstellen. Mit Kastanien oder Eicheln lassen sich mit Zahnstochern einfach kleine Tiere basteln. Aber auch für den Tisch braucht es nicht viel, um sich einen kleinen herbstlichen Hingucker herzustellen.

Ein paar Eicheln, ein oder zwei bunte Herbstblätter und ein kleiner Teller reichen. Fertig ist ein herbstlicher Tischschmuck.

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten. Kränze für die Haustür aus Waldmaterialien, ein Mini-Terrarium mit Moos in einer Glaskugel und vieles mehr.

Ausblick

Mit einem gut gepflegten und vorbereiteten Garten, kann der Winter, der Frost und der Schnee kommen. Im Winter gibt es viele Fehler, die ihrem Garten schaden und auch im Dezember gibt es noch einiges im Garten zu tun.

Hast du bereits Bastelpläne und -ideen? Teile diese gerne unten in den Kommentaren mit uns 🙂

Der Grünlandstaudenhof wünscht dir viel Freude für deine Projekte und einen großartigen November! 🙂

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