Von der Bestellung bis zur Pflanzenlieferung: Die ersten Schritte und die Bodenverbesserung

Sie haben Ihre Pflanzen bei uns bestellt. Nach Eingang werden Ihre bestellten Pflanzen mit größter Sorgfalt von uns kommissioniert (=zusammengestellt), anschließend für den Versand vorbereitet, verpackt und an Sie versendet.

Nachdem Sie die Pflanzen erhalten haben, sollten diese sofort aus dem Paket ausgepackt werden.

Anschließend sollten die Pflanzen unverzüglich gepflanzt werden. Eine Lagerung sollte in jedem Fall vermieden werden. Nach der Pflanzung müssen unbedingt Pflegemaßnahmen vorgenommen und beachtet werden.

In unseren Ratgebern auf unserer Website finden Sie vielfältige Kultivierungsanleitungen.

Eintreffen der Pflanzen

Nachdem die Pflanzen eingetroffen sind, gibt es viel zu tun. Wie bereits geschrieben ist auspacken, pflanzen und pflegen essentiell.

Aber was ist, wenn die Pflanzen nicht sofort gepflanzt werden können? Eine Lagerung ist theoretisch möglich, davon raten wir aber eindringlich ab. Für etwaige Schäden durch Lagerung können wir nicht die Verantwortung übernehmen.

Auf eigenes Risiko können Sie folgendes ausprobieren:

Die meisten Freilandpflanzen können bis zur Pflanzung im Freien aufgehoben werden. Dabei werden getopfte Pflanzen mit Wurzelballen an einen schattigen, windgeschützen Platz abgestellt. Pflanzen ohne Topf oder Wurzelballen werden locker an einen schattigen Platz nebeneinader in ein Erdloch „eingeschlagen“. Eingeschlagen bedeutet, dass die Pflanzen bis zum Wurzelhals leicht mit Erde bedeckt sind.

Wurzelverpackte Pflanzen beispielsweise Rosen werden in der Verpackung belassen und bis zur Pflanzung in einem möglichst kühlen, aber frostfreien Raum zwischengelagert.

Sollte aufgrund von regionalem Frost der Boden gefroren sein, lagern Sie die Pflanzen frostfrei, aber möglichst kühl.

Pflanzen in Töpfen wie beispielsweise immergrüne Pflanzen müssen während der Lagerung gegossen und feucht gehalten werden. Auch Ballenware und wurzelnackte Ware benötigen je nach Pflanze eine grundlegende Feuchtigkeit. Staunässe muss dabei vermieten werden.

Wenn der Boden langsam aufgetaut ist, können Sie unabhängig von der Jahreszeit (das heißt schon bereits im Januar, Februar, März) mit der Pflanzung beginnen. Dies gilt insbesondere für Ziergehölze, Obstgehölze und Rosen.

Ebenso können Stauden bereits gepflanzt werden, auch wenn sie noch nicht austreiben.

Falls die Stauden bereits frisches Grün haben, dann sollten Sie diese ggf. besser kühl und frostfrei bis März oder April lagern. Das ist kein muss, aber kann ein Vorteil sein.

Der Boden

Vorhin sind wir auf die ersten Schritte nach der Lieferung eingegangen. Dabei insbesondere auf den unverzügliche Pflanzung und Pflege, sowie auf die Ausnahmen „Lagerung“ und „Frost“.

Wobei wir hier nochmals explizit erwähnen müssen, dass die Lagerung nicht „einfach“ ist und je nach Pflanze komplex sein kann. Sollten Sie die Pflanzen lagern, können wir dafür keine Verantwortung übernehmen.

Im folgenden geht es rund um das Thema „Boden“. Der Boden ist eines der wichtigsten Elemente bei der erfolgreichen Kultivierung Ihrer Pflanzen.

Bodenvorbereitung und Bodenverbesserung

Für die Pflanzung ist der Boden uns dessen Zusammensetzung essentiell. Zunächst einmal ist es wichtig seinen Boden bzw. den Boden am Pflanzungsort zu kennen. Ein guter Boden ist grundlegend für das Anwachsen der Pflanzen.

Es ist daher sinnvoll, wenn Sie vor dem Anlegen des Gartens in der Planungsphase (Link zum Ratgeber Gartenkonzept) eine Bodenanalyse durchführen. Durch die Bodenanalyse lassen sich viele Probleme und Fehler bereits von Anfang an vermeiden und die Bodenpflege wird enorm vereinfacht. Dadurch, dass Sie Ihren Boden kennen, können Sie rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen. So erhalten Ihre Pflanzen nicht nur optimale Bodenbedingungen, sondern auch einen guten Start ins Leben.

Bevor Sie mit der Pflanzung anfangen, ist es wichtig, den Boden rechtzeitig vorzubereiten. Am besten ein paar Tage vor dem Eingang der Pflanzenlieferung.

Eine durchgehend gründliche und tiefgründige Bodenlockerung ist absolute Pflicht. Dabei sollten Sie darauf achten, dass nicht zu viel Unterboden nach oben transportiert wird. Bei Bedarf können können Sie vorhandenen Boden mit anderen Erden optimieren. Ist der Boden zu fest, können Sie diesen zum Beispiel mit Sand auflockern.

Bei der Bodenlockerung, können Sie gleich alle Wurzelunkräuter vollständig und großflächig entfernen. Dies ist wichtig, da eine spätere Entfernung in einer bereits etablierten Anpflanzung nahezu unmöglich ist und nur mit großen Aufwand vollzogen werden kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der pH-Wert des Boden. Dieses stellen Sie mittels einen pH-Teststreifens fest. Je nach Art des Bodens, des pH-Wertes des Boden und des benötigten pH-Wertes der Pflanze, können Sie den Boden dahingehend verbessern. Beispielsweise mit Humus, Torf oder Kompost.

„pH“ steht im übrigen für Potential des Wasserstoffs oder lat. pondus hydrogenii oder potentia hydrogenii und gibt das Maß an wie sauer oder basisch / alkalisch etwas ist.

Auch eine Grunddüngung kann durchgeführt werden.

Bodenarten

Es gibt unzählige Bodenarten. Die wichtigsten Bodenarten möchten wir Ihnen hier näherbringen. In Ihrem Garten finden Sie viele Bodenarten vom „Gartenboden“ über sandige Böden, lehmige Böden bis hin zu Moorböden und Mergelboden.

Gartenboden

Die bekannteste Bodenart ist der „normale“ Gartenboden. Dieser Boden zeichnet sich dadurch aus, dass er humushaltig ist, ein gutes Nährstoffangebot bietet, in der Hand „krümelig“ wirkt und eine gute Durchlässigkeit bietet. Er sollte leicht kalkhaltig sein und einen pH-Wert von zirka 7,0 haben.

Auf diesem Boden wächst ein Großteil der Pflanzen „gut“.

Lehmige und tonhaltige Böden

Lehmiger und tonhaltige Böden erkennen Sie daran, dass dieser beim zusammenpressen mit der Hand „klebrig“ ist. Die Regel sagt, ein geringer Lehm- oder Tonanteil ist gut und verbessert den Boden, aber je mehr Ton oder Lehm ein Boden enthält, desto fester ist er, was das Wurzelwachstum behindert. Zudem sind diese Böden länger kalt und nass und neigen dazu Wurzelfäule zu begünstigen.

Reiner Lehmboden

Reiner Lehmboden besitzt geringe Sandbestandteile. Er „knirscht“ beim Reiben. Wird er zusammengedrückt oder in Formgedrückt, dann beleibt er in Form, solange er feucht ist. Kinder spielen gerne mit dieser Art von Boden. Dieser Boden hat einen Tongehalt von bis zu 40 Prozent. Zur Bodenverbesserung ist eine ständige, durchgehende Humuszufuhr essentiell wichtig.

Schwerer Lehmboden

Schwerer Lehmboden schmiert beim reiben. Er ist gut formbar, auch ohne feuchtigkeit. Kinder lieben diesen Boden um damit Sachen zu formen. Der Tongehalt liegt bei bis zu 60 Prozent. Durch Zugaben von Sand und Humus kann dieser Boden zur Kulturfähigkeit verbessert werden.

Tonboden

Tonböden sind sehr fein und glatt. Sie haben eine gewisse „Seifigkeit“. Der Tongehalt liegt bei über 60 Prozent. Auch hier wird er von Kindern für seine guten Spieleigenschaften geliebt. Er ist sehr gut formbar und die geformen Sachen halten auch sehr gut. Um diesen Boden zu verbesser ist tiefes Umgraben in Verbindung mit einer Sandzufuhr und Humuszufuhr notwendig. Ebenso ist eine Bodendrainage unabdingbar.

Sandige Böden

Presst man einen trockenen sandigen Bodenballen zusammen, dann bricht er auseinander und körniger Sand rieselt durch die Finger. Sandige Böden sind häufig sehr tiefgründig. Er lässt sich leicht bearbeiten und Regen / Wasser gelangt sehr schnell nach unten, was bedeutet, dass dieser Boden nach einem Regen schnell wieder „trocken“ ist. Durch den Sandanteil, wird der Boden recht schnell warm. Der Sand ist scharfkantig. Der Tongehalt liegt bei bis zu 10 Prozent. Verbessern können Sie sandige Böden durch lehmhaltige oder tonhaltige Erde und mittels Kompost.

Lehmiger Sandboden

Lehmiger Sandboden ist klebrig. Die Sandkörner können Sie beim zusammenpressendeutlich fühlen. Wenn Sie den lehmigen Sandboden formen, beginnt er zu kürmeln. Er hat einen Tongehalt von bis 20 Prozent. Wenn Sie diesen mit Humus mischen, dann erhalten Sie einen guten Gartenboden.

Sandiger Lehmboden

Sandiger Lehmboden ist gut formbar. Die Form zerfällt aber recht schnell. Er hat einen Tongehalt von bis 30 Prozent. Wenn Sie diesen mit Humus mischen, erhalten Sie einen guten Gartenboden.

Lössboden

Lössboden besteht aus Quarzsand, Lehm und Kalk. Die Körner merken Sie beim zusammenpressen nicht. Er hat einen Tongehalt von bis 40 Prozent. Verbessern kann man diese Böden mittels Humuszufuhr.

Moorböden und Humusböden

Moorböden oder Humusbösen sind durch den Torfhumus in der Regel sehr sauer und nährstoffarm. Dafür aber Luftig, locker und leicht. Letzteres begünstigt ein schnelles austrocknen. Sie benötigen daher eine optimierte Wasserversorgung.

Moorböden finden sich häufig an feuchten Orten wie Mooren, Heiden sowie am Gewässerrand. Moorböden oder Humusböden enthalten häufig bis zu 30 Prozent an organischen Substanzen. Zur Verbesserung der Bodenqualität eignen sich Kalk, Lehm und Sand ideal.

Kalkboden oder Mergelboden

Kalkböden und Mergelböden bestehen aus verschiedenen Bodenarten und Kalkstein. Sie neigen dazu bei Nässe zu schmieren. Die Art und weise der Bodenverbesserung ist abhängig von der konkreten Zusammensetzung des Bodens.

Düngung

Im Zuge der Bodenverbesserungen können Sie bereits eine Grunddüngung vornehmen. Bei der Düngung gehen Sie bitte streng nach Anweisung vor. Die Anweisung finden Sie häufig auf den Präperaten zur Düngung aufgedruckt oder in einem gesonderten Beipackzettel. Die Düngung ist mit größter Vorsicht durchzuführen.

Fazit

Essentiell ist das schnelle sofortige einpflanzen nach dem Empfang der Pflanzen, verbunden mit der sofortigen Pflege. Eine Lagerung sollte nur eine Ultimo Ration Lösung sein und gilt es zu vermeiden. Besonders die unsachgemäße Lagerung kann Ihren Pflanzen große Schäden bringen, bis hin zum Tod der Pflanzen.

Falls Sie die Pflanzen dennoch lagern, aber das Risiko nicht tragen möchten, können Sie auf gesonderte Dienstleister zurückgreifen oder die Pflanzung direkt von einem Fachunternehmen durchführen lassen.

Sie sollten abhängig von den jeweiligen Bodenbeschaffenheiten entweder die Pflanzen wählen oder den Boden und die Umgebung entsprechend den gewünschten Pflanzen hin anpassen. Je nach dem kann die eine oder andere Umsetzung schneller, leichter oder günstiger sein. Eine vorab falsche Gestaltung, Pflanzung und Bodenstruktur kann sich nachteilig auswirken und im schlimmsten Fall eine ganze Pflanzung beschädigen.

Die Bodenoptimierung sollte sorgfältig vorgenommen werden. Eine Vorabanalyse ist sinnvoll.

Wenn Sie Hilfe bei der Bodenoptimierung brauchen, sollten Sie auf einen Fachmann zurückgreifen. Eine falsche unsachgemäße Bodenoptimierung, kann den gesamten Boden nachhaltig für lange Zeit schädigen oder gar soweit zerstören, dass dieser komplett ausgetauscht werden muss.

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