10 Tipps zum Gärtnern mit kleinem Budget

Um seinen Garten auf Vordermann zu bringen braucht es nicht immer ein großes Budget. Viele Tätigkeiten in Ihrem Garten können Sie selbst ohne hohen Kosten in Eigenleistung erbringen. Verwirklichen Sie Ihre Projekte mit einfachen Mitteln und schonen Sie Ihren Geldbeutel.

Ein Garten ist ein wundervoller Ort der Entspannung aber auch der Arbeit. Ein schöner Garten hat leider auch den Nachteil, dass er in einigen Punkten auch richtig schön ins Geld gehen kann. Wir haben für Sie 10 wertvolle Tipps zusammengestellt, wie Sie günstig Ihren Garten verwirklichen und mit einem möglichst kleinem Budget Ihre Wünschen dennoch erfüllen können.

1. Fehlkäufe vermeiden, Beratung und richtige Pflanzenwahl

Fehlkäufe sind eine der größten Kostenfallen, die auf Sie zukommen können. Pflanzen sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und haben selbst unter anderem umfangreiche Ansprüche an Boden, Lichtverhältnisse und Wasser. Nicht jede Pflanze gedeiht an jedem Standort.

Ein wichtiger Schritt um Fehlkäufe zu vermeiden ist eine umfangreiche fachliche Beratung. Diese kostet unter Umständen Geld. Häufig wird dieses Geld aber mit dem nachträglichen Kauf verrechnet.

Viele Käufer echauffieren sich, wenn Fachkräfte für Ihre Beratungsleistung Geld verlangen, dabei bitten wir Sie nicht zu vergessen, dass diese Personen davon Ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Auch wenn für die Beratung Geld anfällt, so sind die Kosten der Beratung auf lange Sicht günstiger als ein Fehlkauf, den Sie kurzfristig oder auch im nächsten Jahr revidieren müssen.

Zum Inhalt der fachlichen Beratung sollten Sie auf alle für Ihren Garten wichtigen Punkte eingehen. Teilen Sie dem Berater so viele Informationen mit, wie möglich. Nur so kann er Sie umfangreich über Standortwahl, Wuchsverhalten, Frosthärte oder Schädlinge informierten. Ebenfalls wichtig sind Informationen über die Größe Ihres Gartens, damit die Anzahl der Pflanzen pro Quadratmeter sinnvoll kalkuliert werden kann.

Bei größeren Bestellmengen einer Sorte erhalten Sie häufig einen Rabatt, daher kann es sinnvoll sein, wenn Sie auf auf Vielfältigkeit verzichten und sich nur auf einige wenige Pflanzen konzentrieren.

Je nach Jahreszeit können können Sie gegebenenfalls auf Freilandware statt Topfware zurückgreifen. Schauen Sie dazu auf gerne in unsere Ratgeber Freilandware und Ratgeber Topfpflanzenware

2. Chemie vermeiden und Nützlinge fördern

In jedem Garten gibt es sowohl Schädlinge als auch deren Feinde, die Nützlinge. Um auf Chemie und Gifte in Form teuer und oftmals wirkungsloser Pflanzenschutzmittel zu verzichten, sollten Sie sich auf die Förderung von Nützlingen in Ihrem Garten konzentrieren. Dies ist leichter als man denkt. Beispielsweise kann man Insektenhotels und Nistkästen in seinem Garten anbringen. Diese können auch selbstgebastelt sein. Es geht aber auch einfacher in dem man seinen Garten „attraktiv“ für Nützlinge macht. Im einfachsten Fall reicht eine Wasserschale. Weitere Möglichkeiten Nützlinge zu fördern sind nektarreiche Blüten, die Sie in Ihre Gartenplanung mit einbringen. Halten Sie Ihren Garten nicht zu akkurat und rein. Etwas Unordnung bietet gewünschte Rückzugsmöglichkeiten zum Beispiel ein Laubhaufen im Winter. Sie werden recht schnell eine Vielzahl von Vögeln, Insekten wie den Marienkäfer, Florfliegen, Libellen oder Igel und Fledermäuse anlocken können.

Durch eine einfache Gartengestaltung, sorgen Sie für ein – geldbeutelschonendes – Gleichgewicht aus Nützlingen, Schädlingen, Pflanzen und Mensch.

3. Richtig Düngen mit selbstgemachten Düngern oder Küchenabfällen

In unserem Ratgeber Top 15 – Dünger selber machen , haben wir Ihnen bereits eine Vielzahl an Düngern aufgelistet, die Sie selbst kostengünstig bzw. kostenlos herstellen können.

Besonders hervorragend sind Küchenabfälle, die sich als organisches Düngemittel bestens eignen. Vor allem Bananenschalen sind ein wundererbarer Lieferant für Kalium, dass Ihren Rosen und Blütenstauden besonders gut tut. Kaffeesatz enthält hingegen sehr viel Stickstoff, getrockneter Kaffeesatz eignet sich äußerst gut für alle Pflanzen, die einen sauren Humusboden bevorzugen, da er den Boden versauert. Teesatz von grünem oder schwarzen Tee ist ein ebenfalls hervorragender Dünger, der dem Kaffeesatz von den Inhaltsstoffen ähnelt.

Durch die Verwendung von „Abfällen“ können Sie viele teure Dünger einsparen.

4.Verwilderung von Zwiebelblumen

Zwiebelblumen wie Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge, Blausternchen oder das Frühlings-Alpenveilchen können an einem passenden Standort jahrelang immer wieder kommen und gedeihen. Über Brutzwiebeln und Samen einmal gepflanzt, breiten Sie sich in jedem Garten (passender Boden vorausgesetzt) bereitwillig und gerne aus. Sie bilden über die Zeit einen wunderschönen Blütenteppich. Gepflanzt werden können Sie die Blumenzwiebeln solange kein Frost droht und der Boden offen ist.

Blumenzwiebeln sind nur begrenzt lagerbar, daher werden Blumenzwiebeln vor allem ab November bei vielen Händlern günstig verkauft. Achten Sie aber auch auf die Qualität der Blumenzwiebeln. Die Zwiebel sollte gesund aussehen und eine gewisse Festigkeit haben.

Schauen Sie auch in unserem Ratgeber rund um Zwiebelpflanzen rein und sich wertvolle Tipps zu holen, damit Ihre Pflanzen bestmöglich gedeihen.

5. Recyceln statt entsorgen – Alten und Gebrauchtes kaufen und wiederverwenden

Von jeher lässt sich sagen: Recyclen ist günstiger als wegwerfen und günstiger als neu kaufen. In Ihrem Garten ist das nicht anders. Sie werden in Ihrem Haushalt eine Vielzahl von Materialien finden, die Sie bedenkenlos wiederverwenden können. Beispielsweise eignen sich Papp-Eier-Behälter hervorragend als Ersatz für Aussaattöpfchen. Altes Holz oder längere Äste können Sie zur Beetabgrenzung oder als Rankhilfe für Kletterpflanzen nutzen. Alte Metallstäbe können Sie neu lackieren und als Rankhilfe verwenden.

Auch Werkzeug muss nicht immer neu sein. Auf Kleinanzeigen-Portalen oder auf Flohmärkten findet sich häufig einwandfreies Gartenwerkzeug für kleinen Preis. Aber Achtung: Von minderer Qualität sollten Sie Abstand nehmen. Besonders wenn es im Bereich Elektrowerkzeuge geht. Leider haben sich in den letzten Jahren vornehmlich asiatische Händler auf den großen Plattformen mit minderwertigen Werkzeug „breit“ gemacht.

6. Natur entdecken – Spaß für die ganze Familie

Unter „Spaß für die ganze Familie“ versteckt sich meistens ein teurer Spaß. Freizeitparks und weit gedehnte Urlaube kosten viel Geld, obwohl ein kleines Paradies vor Ihrer Haustüre liegt. Mit einfachen Mitteln, können Sie aus Ihrem Garten einen Spielplatz für Ihre Kinder oder gar ein ganzen „Abenteuerland“ erschaffen. Zudem animieren Sie Ihre Kinder nicht nur die ganze Zeit vor dem Fernseher, Computer oder Spielekonsolen zu sitzen. Sie bringen Ihren Kinder damit auch allerhand über die Natur bei und animieren Sie sich mit der Natur und Ihren Garten zu beschäftigen.

Kinder haben sehr viel Phantasie, ein Baumstamm wird zur Brücke und einige Steine zu einem Schloss in einer mittelalterlichen Szenerie. Neue frisch gepflanzte Pflanzen werden zu einer neuen Entdeckung gleich der Flora eines neue Planeten.

7. Pflanzen eigenhändig vermehren

Einen guten Weg möglichst kostengünstig zu Gärtnern ist die Vermehrung des eigenen Pflanzenbestandes. Sie können Ableger von Stauden und Gräser durch eine fachmännische Teilung vermehren. Bei langlebigen Blütenstauden, die über die Jahre hinweg „blühfaul“ geworden sind und keine schöne Blüte mehr zeigen und oder verkahlen, können Sie durch einige beherzte Spatenstiche den Bestand einem Verjüngungsprozess unterwerfen. Kleinere Pflanzen können Sie stattdessen mit Ausgaben und mit der Hand vorsichtig „auseinander ziehen“. Die gewonnen Teilstücke können Sie wieder frisch einpflanzen. Achten Sie darauf, dass Sie die Teilstücke nach dem Einpflanzen ordentlich wässern.

Sommerblumen wie Ringelblumen, Malven, die beliebten Sonnenblumen, Mohn oder Zinnien bilden im Spätsommer Samenstände, die Sie sammeln können. Lagern Sie das Saatgut dunkel und trocken. Im Frühjahr können Sie das Saatgut wieder verwenden und neue Pflanzen aussähen.

8. Investieren Sie in hochwertige Werkzeuge, Material

Ein Garten ist ein Ort, an dem das ganze Jahr über etwas zu tun ist. Wer ständig in seinem Garten arbeitet wird über die Jahre einiges an Werkzeugen angesammelt haben und hat dabei sicher festgestellt, dass es erhebliche Unterschiede gibt.

Eine Rosenschere für 5,00€ oder eine Rosenschere für 20,00€ – welche ist besser? Sicher ist die 5,00€-Rosenschere „günstiger“ aber hält vielleicht nur ein paar Monate. Die 20,0€-Rosenschere hingegen hält zwei bis drei Jahre. Auch wenn die Anfangsinvestition höher ist, so ist das teure Qualitätsprodukt auf lange Sicht kosteneffizienter und günstiger.

Wichtig bei der Auswahl der Gartengeräte bei einem kleinen Budget ist das beschränken auf die wichtigsten Utensilien und Gartenwerkzeuge. Geben Sie für Qualitätsprodukte lieber ein paar Euro mehr aus, so dass Sie gute Produkte haben, die mehrere Jahre halten, anstatt minderwertige Qualität, die Sie regelmäßig neu erwerben müssen.

Zitat nach John Ruskin (1819-1900) :

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

Zur absoluten Grundausrüstung jeden Gärtners zählen:

  • Spaten
  • Pflanzschaufel
  • Grabegabel
  • Gartenschere, Astschere (bei größeren Bäumen)
  • Rechen
  • Gieskanne
  • Hand-Rasenmäher bei kleinen Rasenflächen, Elektro-Rasenmäher bei größeren Rasenflächen

Wenn Sie die Geräte kaufen, achten Sie darauf, dass Sie gut in der Hand liegen. Geräte auf denen Kraft einwirkt z.B. Schaufel, sollte an den kritischen Stellen verstärkt sein.

Nach der Arbeitet säubern Sie Ihr Werkzeug und verstauen es ordentlich im Haus oder in einem trockenen Schuppen. Sie sollten Jährlich Ihr Werkzeug warten und es z.B. ölen und schärfen.



9. Regenwasser, wertvolles Nass von Mutter Natur

Gießwasser ist teuer, vor allem wenn Leistungswasser verwendet wird. Doch Mutter Natur schenkt uns kostenloses hochwertiges Regenwasser. Bevor das Regenwasser im Abfluss/Kanal oder im Garten „einfach so“ versickert, sollten Sie einen Teil des wertvollen Nass sichern. Ideal ist die altbekannte Regentonne. Haben Sie Kinder, achten Sie darauf die Regentonne mit einer stabilen Abdeckung zu sichern. Auch wenn Sie keine Kinder haben, ist eine Abdeckung essentiell wichtig. Ansonsten wird Ihre Regentonne zu einer Brutstätte von nervigen Mücken.

Wenn Sie etwas Geld übrig haben, lohnt sich auch die Anlage eines Brunnens, der mit einer Handpumpe oder elektrischen Pumpe frisches Nass vom Grundwasser hervorholt.

Immer häufiger kommt bei der Gartenbewässerung auch Smart-Home-Technik ins Gespräch. Bei größeren Gärten ist es durchaus eine Überlegung wert. Auch bei einer größeren Menge an Topfpflanzen, Balkon oder Kübelpflanzen, kann sich ein automatisches Bewässerungssystem lohnen.

Schauen Sie auch mal in unserem Ratgeber rund um das Thema Bewässerung.

10. Ernte aus eigenem Anbau genießen

Nach all der Arbeit, ernten Sie die Früchte derselbigen. Gemüse und Obst aus dem eignen Garten ist nicht nur besonders lecker, sondern schont auch den Geldbeutel. Obst und Gemüse werden immer teurer besonders, wenn Sie wert auf Nachhaltigkeit und Naturbelassenheit wert legen.

Sie können Unmengen an verschiedenen Obst und Gemüse anbauen.

Von leckerem Naschgemüse wie (Mini-)Paprika, kleinen Snackgurken bis hin zu Schlagengurken, eine Auswahl an Tomaten von Cocktailtomaten bis hin zu Fleischtomaten. Saftig-süße Erdbeeren, eigene Äpfel, Beeren und vieles mehr.

Unter dem folgenden Link haben wir weitere Gemüsesorten für Sie bereitgestellt.

Mittlerweile gibt es Obstpflanzen und Gemüsepflanzen auch für „kleinen“ Raum z.B. dem regengeschützen Balkon in Form von Säulenobst. Gurken, Bohnen und Tomaten können Sie im Topf auf dem Balkon ziehen (bedingt mit Rankhilfen).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.